Kursbuch E-Mail-Projekt1. Kultur1.1. Definition von
Kultur 1.1. Definition von KulturEs gibt unzählige Kulturdefinitionen. Die prägnanteste stammt von Geert Hofstede. In seinem Werk "Kulturen und Organisationen" (1991) nennt Hofstede Kultur "die Software des Geistes". Entsprechend dieser Ansicht ist Kultur die mentale Programmierung, die jedes Mitglied einer gegebenen Gemeinschaft, Organisation oder Gruppe erlebt und entsprechend derer er voraussichtlich folgerichtig handeln wird. Kultur so verstanden enthält eine Menge "alltäglicher und gewöhnlicher Dinge des Lebens: begrüßen, essen, zeigen oder verbergen von Emotionen, Körperabstand zu anderen, lieben oder Körperhygiene" (Hofstede 1991, 5). Im Licht der obigen Definition ist es auch nicht schwierig, das Phänomen des Kulturschocks zu erklären: er ist die mentale Reaktion auf fremde "Software". Für Thomas (1993) ist Kultur ein Orientierungssystem, das allen Mitglieder dieser Gemeinschaft vertraut ist.
Claus Altmayer (Kultur als Hypertext. Zur Theorie und Praxis der Kulturwissenschaft im Fach Deutsch als Fremdsprache. Iudicium Verlag München 2004) kritisiert eine solche Auffassung von Kultur als Komplex standardisierter Verhaltensmuster:
Altmayer schlägt folgende Definition
vor:
1.2. Kultureller Relativismus - FremdverstehenMöglichkeiten zum Zusammentreffen mit anderen Kulturen und mit Ansichten, die in ihnen ihren Ursprung haben, wachsen ständig. Reisen und Medien geben Einsicht in die Relativität unserer eigenen Kulturstandards. Es stellt sich heraus, dass unsere Wahrnehmung der Realität keineswegs universell ist. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass unsere Normen und Werte besser sind als die, an denen eine andere Kultur festhält. Es gibt keine signifikanten Standards, um Kulturen hierarchisch anzuordnen. Was zu einer Zeit an einem Ort richtig ist, kann an einem anderen Ort falsch sein. Anthropologische Daten zeigen an, dass sogar moralische Richtigkeit oder Falschheit von Ort zu Ort variieren. Deshalb gibt es keine Rechtfertigung, eine Gruppe als besser / höher oder schlechter / niedriger als eine andere einzuschätzen. Wenn man eine fremde Kultur beobachtet, ist ein gewisser vorübergehender Ausschluss des Urteilens notwendig. Man muss immer daran denken, dass die eigene Perspektive die Tendenz hat, subjektiv zu sein und das eine Kultur nur von innen beurteilt werden kann. Andererseits kann es sehr wertvoll sein, Fremdperspektiven auf die eigene Kultur zu projizieren. Kultureller Relativismus kann allerdings zu einem schwierigen ethischen Problem führen. Wenn eine Kultur nur von innen beurteilt werden kann, wie sieht es dann mit Kulturen aus, die beispielsweise das Töten von Tieren oder Menschen billigen? Hier könnte der Begriff Fremdverstehen weiterhelfen, den Claus Altmayer (2004) wie folgt definiert: " Fremdverstehen' heißt ..., dass Fremdsprachenlerner
Fremdverstehen' im Sinne eines verstehenden, an Verständigung orientierten Umgangs mit Texten. Äußerungen oder ganz allgemein mit kommunikativen Handlungen einer anderen Sprach- und Kommunikationsgemeinschaft ist also nicht gleichzusetzen mit Empathie' oder dem Einnehmen einer fremden' Perspektive bei gleichzeitiger Suspendierung des Eigenen'; Fremdverstehen ist auch nicht gleichzusetzen mit Verständnis' im Sinne eines vorgängigen Einverständnisses, wonach alles Fremde' allein deswegen als wertvoll anzusehen wäre, weil es fremd ist. Fremdverstehen ist vielmehr ein Prozess der auch kritischen Auseinandersetzung, der zwar von der Erwartung ausgeht, dass die kommunikative Handlung eines Fremden' eine prinzipiell rationale und sinnvolle Handlung ist und mir möglicher Weise etwas Wichtiges zu sagen hat, in dessen Verlauf sich diese Erwartung aber auch als unbegründet erweisen kann. Und nicht zuletzt handelt es sich beim Fremdverstehen selbst wiederum um eine kommunikative Handlung, die ihrerseits verstanden werden muss und deren Geltungsansprüche ihrerseits der kritischen Prüfung durch die Kommunikationsgemeinschaft unterzogen werden können bzw. müssen, die also nicht an irgendeiner Stelle einen definitiven Abschluss finden kann." (Altmayer 2004, S. 70/71). 1.3. KulturschockZuerst sehen die Dinge in den Städten ganz gleich aus. Es gibt Taxis, Hotels mit heißem und kaltem Wasser, Theater, Neonlichter, sogar hohe Gebäude mit Fahrstühlen und ein paar Leute, die Englisch sprechen können. Ziemlich bald entdeckt der amerikanische Besucher, dass unter der bekannt scheinenden Oberfläche sehr starke Unterschiede existieren. Wenn jemand "ja" sagt, dann heißt das oftmals keineswegs "ja", und wenn die Leute lächeln, heißt das nicht immer, dass sie erfreut sind. Wenn der amerikanische Besucher eine hilfesuchende Geste macht, könnte er schroff abgewiesen werden; wenn er versucht, freundlich zu sein, passiert nichts. Leute sagen ihm, dass sie Dinge tun werden, aber sie tun sie nicht. Je länger er dort ist, desto rätselhafter sieht für ihn das neue Land aus ..." (Hall 1959, 59, zitiert und übersetzt nach Szafraniec 1997) Ursprüngliches Wohlfühlen kann so umschlagen in Gefühle der Desorientiertheit und Unsicherheit. Dieser hypothetische Fall eines Amerikaners, der einen Kulturschock in Japan erlebt, wird den meisten bekannt vorkommen, die schon einmal längere Zeit im Ausland waren - oder zumindest den Versuch unternahmen, sich vorzustellen, wie es sein könnte, längere Zeit im Ausland zu sein. Der "Erfinder" des Begriffes Kulturschock ist der amerikanische Anthropologe Oberg (vgl.: Oberg, Kalvero: Cultural shock: ajustment to new cultural environments, in: Practical Anthropology, 1960, Bd. 7, S. 177-182). Schon er teilte den Kulturschock in verschiedene Phasen ein und bis heute ist allen Kulturschock-Modellen die Vorstellung eines U-förmigen Verlaufes gemeinsam (nach Wagner: Kulturschock Deutschland, Rotbuch Verlag, Hamburg 1996, S. 19 f.):
Die kulturelle Kompetenz nimmt im Zeitverlauf zwischen Phase 1 und Phase 3 zunächst ab. Sie erreicht in der dritten Phase einen Tiefpunkt und steigt dann wieder an "wobei sie sich inhaltlich im Vergleich zur ursprünglichen Kompetenz verändert. Am Schluß haben die betroffenen Personen eine gleich hohe Kompetenz wie zu Beginn, nur eben jetzt als kulturelle Kompetenz in der fremden Kultur oder, noch besser, in beiden" (Wagner: Kulturschock Deutschland, Rotbuch Verlag, Hamburg 1996, S. 19 f.). Ein Kulturschock muss nicht notwendigerweise alle 5 Phasen durchlaufen: bei einem kürzeren Aufenthalt kann man in Phase 1 oder Phase 2 steckenbleiben. Auch ein Verharren in Phase 3 ist möglich: interkulturelle Konflikte können in der Krise steckenbleiben und keinen Weg zur Verständigung finden. Andererseits können interkulturelle Begegnungen auch so konfliktfrei verlaufen, dass eine U-Kurve kaum festzustellen ist: Menschen mit einem hohen Maß an interkultureller Vorerfahrung und einer einheimischen Kontaktperson können den Kontakt zu einer neuen Kultur ohne Anzeichen eines Kulturschocks erleben (vgl.: Wagner: Kulturschock Deutschland, Rotbuch Verlag, Berlin 1996, S. 21 f.). Wolf Wagner beschreibt übrigens in seinem Buch "Kulturschock Deutschland" (Rotbuch Verlag, Berlin 1996) die gegenwärtigen Beziehungen zwischen Ostdeutschen und Westdeutschen als die verschiedenen Phasen eines Kulturschocks und bringt sehr interessante Beispiele für deutsch-deutsche Missverständnisse, die aus der jeweils unterschiedlichen Sozialisation und kulturellen Erfahrung Ostdeutscher und Westdeutscher erklärt werden. Wolf Wagner schlägt vor, den Kulturschock zwischen Ost und West als Chance zu begreifen, indem Unterschiede zwichen Ost und West anerkannt und für gegenseitige (interkulturelle) Lernprozesse fruchtbar gemacht werden. Ein interessantes und für unsere Zwecke lesenswertes Buch! Nach Dodd bezieht sich der Begriff "Kulturschock" auf die spezielle Übergangsperiode bei der Eingewöhnung in eine fremde Kultur. Er hat sehr viel mit Stress und Ängstlichkeit zu tun, bezieht sich aber vor allem auf die ganz persönlichen Gefühle, die eine bestimmte Person in der Zeitspanne von sechs Monaten bis zu einem Jahr erfährt, nachdem sie in einen neuen Kulturkreis hineingekommen ist. Fast jeder erleidet einen solchen Kulturschock, nur der Grad der Ausprägung ist individuell verschieden. Symptome können sein:
Dodd spricht von drei Stufen eines Kulturschocks:
Dodd nennt folgende Strategien zur Überwindung eines Kulturschocks:
Dodd gibt folgende Hinweise zur Entwicklung interkultureller Fähigkeiten und Fertigkeiten beim Verstehen einer anderen Kultur:
Wenn man die Phänomene versteht, die mit kultureller Andersartigkeit verbunden sind, kann das die Probleme, die zu einem Kulturschock gehören, verringern. Darüber hinaus befähigt dieses Verstehen, die kritische Periode der Akkulturation besser zu nutzen. Diese Periode wird von Linguisten und Anthropologen häufig als eine "grundlegende kulturüberschneidende Lernerfahrung" (Brown, 173) interpretiert und man sollte aus dieser Erfahrung für sich einen größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Peter Adler (1972; zitiert und übersetzt nach Szafraniec 1997) beschreibt Kulturschock als "ein Zusammentreffen von Situationen oder Umständen, das mit interkultureller Kommunikation verbunden ist, in welcher das Individuum sich - als ein Resultat seiner Erfahrungen - seines eigenen Wachstums, seines Lernens und seiner Veränderung bewusst wird. Als ein Resultat des Prozesses 'Kulturschock' erfährt das Individuum eine neue Perspektive auf sich selbst und hat seine eigene Identität in für es selbst signifikanten Begriffen verstehen gelernt. Dazu kommt eine kulturübergreifende Lernerfahrung, die stattfindet, wenn das Individuum einer neuen Kultur begegnet und als ein Resultat (a) entdeckt, in welchem Grad er durch seine eigene Kultur beeinflusst ist und (b) die von ihrer Kultur abgeleiteten Werte, Einstellungen und Zukunftsvorstellungen anderer Menschen versteht." In diesem Sinne sollte die Begegnung mit der jeweils anderen Kultur und Perspektive in diesem Seminar sowohl für die ausländischen als auch für die deutschen Studenten von Nutzen sein. Einige Links zum Thema Kulturschock:In einem "Lektürekurs Kulturschocktheorie" von Prof. Dr. Hartmut Schröder (Universität Viadrina Frankfurt/Oder) finden Sie u.a. studentische Essays zum Thema "Mein Kulturschock" und andere studentische Arbeiten zu diesem Thema
1.4. StereotypeEine Diskussion über kulturelle Stereotype kann wie folgt angeregt werden:
Quasthoff (1989) definiert den Begriff Stereotyp wie folgt:
Ein Stereotyp ist also "ein standardisiertes mentales Bild, das von den Mitgliedern einer Gruppe geteilt wird" (Websters New Collegiate Dictionary; übersetzt durch Ulrich Zeuner) Dieses mentale Bild repräsentiert "eine stark vereinfachte Meinung, eine gefühlsmäßige Einstellung oder eine unkritisches Urteil" (Websters New Collegiate Dictionary; übersetzt durch Ulrich Zeuner). Stereotype haben zwei herausragende Merkmale. Sie sind kollektiv (d.h. immer geteilt von einer Gruppe, ihr "Leben" ist abhängig von einer Gruppe von "Anhängern/ Befürwortern") und sie unterscheiden nicht (d.h. sie sind generalisierend und unkritisch in den Urteilen und Informationen, die sie enthalten). Wie entstehen Stereotype? "Der Ausgangspunkt ... ist die Kontrasterfahrung. ... Als typisch definiert man im allgemeinen Besonderheiten, die von dem abweichen, was man selbst als normal betrachtet..." (Bausinger 2000, 19) Häufig wird der Begriff "Stereotyp" mit dem Begriff "Vorurteil" gleichgesetzt. Dazu schreibt Bausinger: Der Begriff Vorurteil "stellt gewissermaßen eine Steigerung von Stereotyp dar. Während mit dem Begriff Stereotyp auch schrullige Harmlosigkeiten ins Auge gefaßt werden, sind Vorurteile oft Elemente von Feindbildern. Damit sind wir bei Funktionen von Typisierungen und
Stereotypen: In der Kommunikation bieten Stereotype eine Hilfe bei der
Einschätzung und Bewertung von Situationen und helfen so, kommunikative
Situationen zu beherrschen. Sie haben eine Entlastungsfunktion in
Konfliktsituationen und sie erleichtern die Orientierung und das soziale
Verhalten auch in neuen und damit unsicheren Situationen (vgl. Bußmann
1983, 504). Der Vorteil von Stereotypen ist, dass sie helfen, kulturelle
Informationen zu verinnerlichen und zu systematisieren. Der Hauptnachteil des Stereotypisierens ist, dass damit unterschiedliche Grade an Genauigkeit und Richtigkeit verbunden sind. Stereotype Sichtweisen werden oft unterschiedslos auf alle Mitglieder einer gegebenen Gruppe angewendet. Die das tun, ignorieren die Tatsache, dass ein Stereotyp, selbst wenn er richtig ist, nur eine Tendenz und nicht ein universelles Gesetz ausdrückt. Und einige Stereotype sind nicht nur ungenau, sondern rundweg falsch. Bausinger schreibt zur Funktion von Typisierungen und Stereotypen: "Man kann fast von einer Beschwörungsfunktion sprechen: Das in Wirklichkeit höchst komplizierte und schwer durchschaubare Fremde wird in ein überschaubares Muster gebannt, das als erklärendes Ordnungsschema dient. Wer in ein fremdes Land kommt, sucht mehr oder weniger automatisch nach festen Charakteristika und ist zunächst schnell bereit, von Einzelbeobachtungen aufs Ganze hochzurechnen ..." Um erfolgreich mit Stereotypen arbeiten zu können sollte man an das hier Gesagte denken und dort mit persönlicher Sensibilität vorgehen, wo die Klischees diese vermissen lassen. "Der destruktivste Aspekt des Stereotypisierens ist der, der Menschen aus einer anderen Kultur geringschätzig bewertet oder betrachtet" (Brown, 165). Beispiele für Stereotype sind leicht zu finden: Beispiel 1:(Husemann, 1993, S. 385) "Die Europlaner haben für 1992 eine neue Horrorvision. Im Euro-Himmel sind:
In der Euro-Hölle sind:
Beispiel 2: Aus der Zitatenkiste: "Ja, die Weiber sind
gefährlich." (Heinrich Heine) Beispiel 3: Quelle: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt
Beispiel 4: (nach Wagner, 1996, 162)
Weiteres zum Stereotyp Ostdeutsch-Westdeutsch siehe weiter unten!
Noch ein paar Links zum Thema Stereotype:
Zum Stereotyp Ostdeutsch - Westdeutsch hier noch ein paar Literaturempfehlungen für lange Abende:
Und ein paar Links zum Thema:
Idee für Dossier 1.5. Manifestationen kultureller UnterschiedeNach Hofstede offenbaren sich Kulturunterschiede durch eine Anzahl von Phänomenen, die er unter vier Kategorien gruppiert:
Diese vier Kategorien ordnet er in einem Diagramm wie die Schalen oder Schichten einer Zwiebel an (Zwiebeldiagramm): den inneren Kern bilden die Werte, darum herum liegen als zweite Schicht die Rituale. Diese sind umgeben von den Helden oder Vorbildern und die äußere Schicht bilden die Symbole. Durch alle Schichten hindurch reichen die Praktiken der jeweiligen Kultur. Symbole
Helden oder Vorbilder
Rituale Eine wichtige Rolle bei den Ritualen spielen die Gesprächsroutinen. Mit diesem Begriff bezeichnen Linguisten "Ausdrücke, deren Auftreten an spezifische, in hohem Maße voraussagbare Situationen gebunden ist" (Coulmas 1991, zitiert nach House 1996/2). Einige dieser Ausdrücke bestehen aus festen Wendungen (z.B. "How are you?"), andere sind Sprachmuster mit mehr oder weniger offen Stellen (z.B. "Can you do P?"). Zu den Gesprächsroutinen gehören auch Gesprächseröffnungen, sogenannte "Schmier- oder Gleitmittel" des Diskurses, die verwendet werden, um Kontakte zu beginnen, aufrecht zu erhalten oder zu beenden (House 1996/2, 232).
Das 'Yes' in B's Antwort ist ein Ritual in dem Sinne, als es nur dazu dient zu bestätigen, dass die Frage gehört wurde und beantwortet werden wird. Es steht in keiner Beziehung zu der Botschaft selbst, die durch den Satz übermittelt wird. Werte Soziale Werte in verschiedenen Ländern in Prozent. Nach B. Englis (Hrsg.): Global and Multinational Advertising. LEA Publishers, UK, 1994, S. 59:
Das Zwiebel-Diagramm verdeutlicht die unterschiedliche Zugänglichkeit und Dauerhaftigkeit der entsprechenden Schichten. Die Symbol-Schicht ist leicht entdeckt und wird ebenso leicht beherrscht bzw. imitiert. Das liegt auch daran, weil sie vielfachen Änderungen unterworfen ist. Was heute als trendsetzend betrachtet wird und nur einer kleinen Gruppe bekannt ist, kann morgen ein populärer Trend und nach ein paar Monaten bereits wieder vergessen sein (das betrifft z.B. besonders Treffpunkte wie Cafés oder Diskos). Werte bilden das gegensätzliche Ende des Diagramms: Sie sind nicht leicht zugänglich und sie sind die dauerhaftesten Bestandteile eines kulturellen Systems. "Entwicklungspsychologen glauben, dass die meisten Kinder in einem Alter von 10 Jahren bereits ihr grundlegendes Wertesystem angeeignet haben und dass nach diesem Alter Veränderungen schwierig sind. Weil wir sie so zeitig im Leben erworben haben, bleiben viele Werte ihren Besitzern unbewusst" (Hofstede 1991, 8). Das ist der Grund, warum Werte nicht leicht zu beobachten oder in Sprache zu fassen sind. Normalerweise kann auf Werte nur rückgeschlossen werden.
Beispiele aus Antworten finden Sie, wenn Sie hier klicken. 1.6. kulturelle SchichtenWenn man eine andere Kultur beobachtet, sollte man nicht vergessen, dass die kulturellen Eigenheiten, mit denen man konfrontiert wird, normalerweise nicht auf einen einheitlichen Hintergrund zurückgeführt werden können. Sie können eher einer ganzen Zahl kultureller Faktoren zugewiesen werden, die Hofstede die Schichten der Kultur nennt. Dazu gehören
Jede dieser Schichten kann ihre eigene Serie kultureller Eigenschaften (d.h. eigene Symbole, Helden, Rituale, Werte) zur Folge haben. Die kulturellen Eigenschaften bestimmter Serien können sich gegenseitig widersprechen. Um eine bestimmte kulturelle Eigenschaften zu verstehen, ist es notwendig, sie bis zu der zu ihr gehörenden Schicht zurückzuverfolgen. Die Benutzung von Slang kann zum Beispiel eine soziale Schicht kennzeichnen oder aber das Hingezogensein zu einer spezifischen Jugendkultur demonstrieren.
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