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Die Studienwahl umfasst eine Vielzahl von
Aspekten:
Zeit – Studiere ich gleich im Anschluss an die
Schulzeit oder später?
Ort – Bleibe ich am oder in der Nähe meines
Heimatortes oder gehe ich weiter weg zum Studieren?
Hochschulart – Studiere ich an einer Fachhochschule
oder Universität?
Abschluss – Welchen Abschluss will ich ansteuern?
Die zentrale Frage ist:
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Welches Studium ist das richtige für mich?
In der Schule haben Ihnen bestimmte Fächer Spaß gemacht, Sie
haben die Berufstätigkeit Ihrer Eltern und anderer Erwachsener
erlebt, Sie hören, was Ihre Freunde studieren möchten und haben
möglicherweise auch in dem einen oder anderen Berufsfeld selbst
erste Erfahrungen gesammelt. Manche Dinge fallen Ihnen leicht,
manche schwer, Sie haben ein Bild davon, was Frauen und was
Männer für Berufe wählen.
Eltern und Freunde raten Ihnen zu etwas zu oder von etwas ab
und manchmal hören Sie die Frage: „Was willst du denn damit
später anfangen?“ Das macht es nicht so einfach, zu einer
Entscheidung zu gelangen. Während einige Studieninteressierte
bereits über Jahre sehr konkrete Vorstellungen haben, was Sie
studieren möchten, ist diese Frage doch für die meisten nicht
so leicht zu beantworten.
Der Weg zu einer Entscheidung – was ist wichtig?
Es ist sinnvoll, bei den Überlegungen von Ihren beruflichen
Zukunftsvorstellungen auszugehen: Womit möchten Sie sich später
beschäftigen? Welche Themen interessieren Sie? Wie stellen Sie
sich Ihr künftiges Leben vor und welchen Stellenwert soll darin
die berufliche Tätigkeit einnehmen?
Ausgehend von diesen Vorstellungen können Sie sich gezielt auf
die Suche nach Informationen machen, um herauszufinden, welche
Studienmöglichkeiten in Frage kommen. Im Idealfall verbinden
sich in einer Studienentscheidung Berufsvorbereitung und der
Wunsch nach persönlicher Entfaltung und Bildung. Hilfreich sind
Gespräche mit Vertretern des jeweiligen Arbeitsfeldes oder mit
Studierenden des Faches, um zu prüfen, wie Ihre
Wunschvorstellungen mit der Realität zusammenpassen. Eine sehr
gute Möglichkeit für die Realitätsprüfung ist ein Praktikum im
erträumten Arbeitsfeld. Dort erhalten Sie viele Informationen,
können die Mitarbeiter/innen bei der Arbeit erleben und selbst
eigene Erfahrungen sammeln.
Sich intensiv zu informieren lässt die in Frage kommenden
Alternativen deutlicher hervortreten, erspart jedoch nicht die
Entscheidung für eine der Alternativen.
Kann ich, was ich will?
Diese Frage wird sich endgültig erst dann beantworten
lassen, wenn Sie mit dem Studium begonnen haben. Es gibt jedoch
auch schon im Vorfeld Möglichkeiten auszuloten, ob Sie den
Anforderungen des gewählten Studiengangs gewachsen sind. Einige
Universitäten bieten Selbsttests für alle oder ausgewählte
Studienrichtungen im Internet an. Auch Gespräche mit
Mitarbeiterinnen der Zentralen Studienberatung und Vertretern
des Fachbereichs können an dieser Stelle weiterhelfen. Ihre
Erfahrungen mit den Schulfächern bieten einen gewissen
Anhaltspunkt: Ist das Schulfach, was Ihnen schwer fällt,
grundlegender Bestandteil des gewählten Studienganges, müssen
Sie eher mit Schwierigkeiten im Studium rechnen, als in einem
Studiengang, in dem das nicht der Fall ist. Zwangsläufige
Zusammenhänge zwischen Schulnoten und Studienerfolg gibt es
jedoch nicht, da auch die Lernkultur als Einflussgröße eine
wichtige Rolle spielt.
Und die ist an einer Universität eine andere. Die
Eigenverantwortung für den Lernprozess liegt in viel stärkerem
Maße bei den Studierenden selbst. Hatte ein Stundenplan an der
Schule einen Umfang von ca. 35 Stunden pro Woche und waren eher
die Hausaufgaben in geringerem Umfang zu erledigen, verschiebt
sich das Verhältnis beim Studium. Die Lehrveranstaltungen
nehmen nun zwischen 18 und 28 Stunden pro Woche ein und der
Anteil des Selbststudiums erhöht sich. Das erfordert von den
Studierenden, sich immer wieder zu motivieren und die Phasen
des Selbststudiums eigenständig zu organisieren.
Also: sich ausprobieren, evtl. testen, sich Rückmeldungen über
die Leistungen einholen, sich beraten lassen und dann ggf. eine
neue Entscheidung treffen. Das kann vor dem Studium oder auch
noch zu Beginn des Studiums erfolgen. Es ist auch dann noch
nicht zu spät. Nicht selten wechseln Studierende ihren
Studiengang, wenn sie merken, dass Sie den Anforderungen nicht
gewachsen sind oder der Studiengang Ihren Vorstellungen nicht
entspricht. Ein Fachwechsel in den ersten Semestern kann sich
als Teil des Studienwahlprozesses als notwendig und sinnvoll
erweisen.
In einigen Studiengängen wird in Aufnahmeprüfungen getestet, ob
zu erwarten ist, dass die Studieninteressierten die
Anforderungen des Studiums bewältigen werden.
Eine Entscheidung fürs Leben?
Die Studienentscheidung kann, muss aber keine Entscheidung
fürs Leben sein. Die meisten Studiengänge bieten Ausgangspunkte
für verschiedene berufliche Wege. So ist es möglich, mit dem
Abschluss eines Chemiestudiums später z. B. als Chemiker/in,
Umweltberater/in oder Fachjournalist/in zu arbeiten.
In der Regel steht die Entscheidung für einen Beruf sogar erst
nach dem Studium an, da der Studienabschluss zwar
berufsqualifizierend ist, jedoch nicht zwingend in eine
bestimmte berufliche Tätigkeit einmündet. Akademische Bildung
bedeutet, Kompetenzen für lebenslanges Lernen zu erwerben und
diese für den beruflichen Einstieg nutzen zu können. Mit der
Studienentscheidung treffen Sie also zunächst die Entscheidung,
sich im Studium mehrere Jahre lang mit einem bestimmten
Fachgebiet zu beschäftigen. Für Manche ist diese Entscheidung
bereits mit einer konkreten Berufsvorstellung verbunden („ich
werde Lehrerin“), für Andere steht das Interesse für ein
Themengebiet („ich will etwas Naturwissenschaftliches machen“)
im Vordergrund und sie entwickeln daraus erst später berufliche
Vorstellungen.
Checkliste Studienwahl
- Ein Praktikum gemacht?
- Jemanden aus meinem Wunschberufsfeld interviewt?
- Passende Studiengänge im Internet recherchiert?
- An Vorlesungen teilgenommen?
- Einen Überblick über zentrale Inhalte und Anforderungen
meines Wunschstudiums gewonnen?
- Mit Studierenden gesprochen?
- Mich über Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsmodalitäten
informiert?
- Mit Freunden und Eltern gesprochen?
- Pro und Contra mit professioneller Studienberatung
abgeklärt?
- Einen studienfeldbezogenen Test bei der Agentur für Arbeit
gemacht?
- Self-Assessment durchlaufen?