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Professur für Wasserstoff-
und
Kernenergietechnik
Ausbildungskernreaktor AKR-2
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Am
22. März 2005 um 19:30 Uhr wurde der neue Ausbildungskernreaktor
AKR-2 der Technischen Universität erstmals kritisch. Im Beisein
der Vertreter der atomrechtlichen Genehmigungs- und
Aufsichtsbehörde, des TÜV als Gutachter, der Planer und der
an der Errichtung maßgeblich beteiligten Firmen konnten die
entscheidenden Inbetriebnahmemessungen
erfolgreich durchgeführt werden. Mit der neuen Anlage steht den
Nutzern aus Lehre und Forschung der modernste Ausbildungsreaktor
Deutschlands
zur Verfügung. Von den verbesserten Ausbildungsbedingungen
profitieren
in erster Linie die Studierenden der technischen und
naturwissenschaftlichen
Disziplinen, aber auch zukünftige Medizinphysik-Experten. Der
interessierten
Öffentlichkeit und Schülern ist die Anlage nach Vereinbarung
ebenfalls zugänglich.
Nutzer des AKR-2 ist die Professur für
Wasserstoff- und Kernenergietechnik. Die neue Anlage löst den
AKR-1 ab, der von Juli 1978 bis März 2004 mit einer sehr
erfolgreichen
Bilanz in Betrieb war. Der Umbau wurde aus Mitteln des Bundes und des
Freistaates Sachsen finanziert.
AKR-2
AKR-1
Anlagenbeschreibung:
Der Ausbildungskernreaktor der
Professur für Wasserstoff- und Kernenergietechnik ist ein
homogener feststoffmoderierter Nullleistungsreaktor. Der Reaktor wurde
als AKR-1 am 28. Juli 1978 erstmals kritisch. Die zylindrische
Spaltzone besitzt einen Durchmesser von 250mm, hat eine kritische
Höhe von 275mm und ist aus plattenförmigen Brennelementen
aufgebaut. Die Brennelementplatten bestehen aus einer homogenen
Mischung aus Uranoxid (Anreicherung < 20% U-235) und
Polyäthylen als Moderatormaterial. Die Spaltzone enthält
insgesamt 794g U-235.
Die maximale Dauerleistung des Reaktors
beträgt 2 Watt. Gesteuert wird die Anlage durch drei kombinierte
Steuer- und Sicherheitsstäbe aus Cadmium. Für den sicheren
Start des Reaktors befindet sich im
Inneren die Anfahrneutronenquelle (Am-Be; Quellstärke 2,2·106
s-1). Die Spaltzone ist allseitig von einem Reflektor aus
Reinstgraphit umgeben. Das zylindrische Reaktorgefäß als
äußere Umhüllung besteht aus Schwerbeton mit ca. 75cm
Wandstärke und dient maßgeblich der
Strahlenabschirmung.
Zur Durchführung von Experimenten besitzt
der AKR den durch die Spaltzone führenden Zentralkanal sowie
fünf weitere Experimentierkanäle. Bei einer Reaktorleistung
von 2 Watt beträgt die Flussdichte thermischer Neutronen in der
Mitte des zentralen Experimentierkanals 5·107 cm-2s-1.
Zwei Kanäle mit einem lichten Durchmesser von 75mm liegen
tangential zur Spaltzone im Reflektor.
Der Reaktor ist so ausgelegt, dass ein
prompt-überkritischer Zustand durch Fehlbedienung unter keinen
Umständen herbeigeführt werden kann sowie unzulässige
Leistungserhöhungen unmöglich sind und somit eine
Gefährdung des Bedienpersonals, der Umgebung
und des Reaktors selbst ausgeschlossen ist. U.a. wurden dafür die
Überschussreaktivität auf maximal 0,3% beschränkt und
der
Austritt von Spaltprodukten durch ein Mehrbarrierensystem verhindert.
Die Reaktoranlage dient überwiegend zu
Ausbildungs- und Lehrzwecken, ist aber auch Instrument für
Forschungsarbeiten in nationalen und internationalen Projekten.

Schnittbild AKR:
Ansprechpartner:
| Prof. Dr. W. Hansen / Dr. T. Wolf |
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Postanschrift:
TU Dresden
Institut für Energietechnik
Ausbildungskernreaktor
Helmholtzstraße 10
01062 Dresden |
Besucheranschrift:
TU Dresden
Institut für Energietechnik
Walther-Pauer-Bau
George-Bähr-Straße 3b
01069 Dresden
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Standort/Lageplan:
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Der AKR befindet sich im
Gebäude des Walther-Pauer-Baus (ehemals Heizkraftwerk) im
Kerngelände der TU Dresden.
Der Zugang zum Reaktor liegt am Haupteingang zum Gebäude.
Gebäude:
4... Zeuner-Bau
5... Mollier-Bau
13... Kutzbach-Bau
14... Walther-Pauer-Bau (ehemals
Heizkraftwerk)
16... König-Bau
17... Studentenrat
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Lehrangebote
am AKR:
Praktika:
| Reaktorpraktikum |
Strahlenschutzpraktikum |
| Reaktorstart |
Zählrohrcharakteristiken |
| Steuerstabkalibrierung |
Bestimmung
von Halbwertszeiten |
| Bildung
und Zerfall radioaktiver Nuklide |
Gammastrahlendosis-
und Dosisleistungsbestimmung |
| Kritisches
Experiment |
Identifikation
unbekannter Radionuklide |
| Einflussfunktion |
Gammaspektroskopie |
| Pile-Oszillator |
Messung
von Gamma- und Neutronenstrahlenfeldern |
| Neutronenflussdichtemessungen |
Abstandsgesetz
und Abschirmung |
Studium generale:
| Kernreaktorpraktikum |
Die
Lehrveranstaltung besteht aus einer Kombination von Vorlesung und
Praktikum
am
Ausbildungskernreaktor der TU Dresden mit den Schwerpunkten:
- Kernenergie im
Energiemix
-
Energieumwandlung
bei Kernreaktionen, speziell Kernspaltung
- Prinzip der
gesteuerten Kettenreaktion im Kernreaktor
- Aufbau eines
Kernreaktors, Wirkung seiner Komponenten
-
Nullleistungs-, Forschungs- und Kernkraftwerksreaktoren (Typen und
Besonderheiten)
- Sicherer Betrieb
von Kernreaktoren
-
Entsorgungskonzepte
- Arten und
Eigenschaften radioaktiver Strahlung
- Grundzüge
des praktischen Strahlenschutzes
- Durchführung
von Praktikumsversuchen zu den Themen:
•
Reaktorstart (einschl. Strahlenfeldmessungen)
•
Steuerstabkalibrierung
•
Kritisches Experiment
•
Gammastrahlendosis- und Dosisleistungsbestimmung (einschl.
Abstandsgesetz und Strahlenabschirmung)
•
Bildung und Zerfall radioaktiver Isotope
•
Identifikation unbekannter Radionuklide (Gamma-Spektrometrie)
Dauer:
Termin:
Abschluss:
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2 Semesterwochenstunden (2
Einführungsvorlesungen je 1 DS, 6 Praktika je 2 DS)
Beginn der Lehrveranstaltung
(Einweisung) unter Termine,
Vorlesungs- und Praktikumstermine
danach nach Vereinbarung,
zur Anmeldung bitte vorher an Ansprechpartner
wenden
Teilnahme- bzw. auf Wunsch
Leistungsbescheinigung (2 SWS) |
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x
| Besuch des Ausbildungskernreaktors mit
Demonstrationsstart |
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Interessenten wird
die Möglichkeit geboten, sich am Ausbildungskernreaktor AKR der
TUD
über Grundlagen der Kernenergie, der gesteuerten Kernspaltung, der
Sicherheit von Kernanlagen, der entstehenden Strahlung und des
Strahlenschutzes
zu informieren. In Vortrags- bzw. Gesprächsform werden einige
physikalische Grundlagen der Kernspaltung, der prinzipielle Aufbau von
Kernreaktoren, die Stellung der Kernenergie im Energiemix sowie
Sicherheits- und Entsorgungskonzepte dargestellt. Die Teilnehmer lernen
die wesentlichen Bestandteile des TU-eigenen Reaktors kennen und
erhalten die Möglichkeit, unter Aufsicht selbst einen Reaktorstart
durchzuführen und verschiedene Strahlenschutzmessungen an der
Anlage vorzunehmen. Allgemeine Fragen sind willkommen.
Dauer:
Termin:
Abschluss:
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jeweils einmalige
Veranstaltung, ca. 2 DS
nach Vereinbarung
(persönlich, telefonisch, e-mail, bitte an Ansprechpartner wenden),
bereits
feststehende Veranstaltungen unter Termine
vorzugsweise
werden
Gruppen von ca. 3-10 Teilnehmern zusammengestellt
kein |
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Verfügbare
Lehr- und Informationsmaterialien
(Download als PDF-File):
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- download:
Informationsfaltblatt
zum AKR
- download:
Broschüre Bau und Inbetriebnahme AKR-2
- download:
Beschreibung des Aufbaus, der Funktionskontrolle und der
Betriebsprotokollierung
- download:
Description of the Reactor Facility, Procedure of Operation (English
Version)
- download:
Praktische Hinweise zum Kernreaktorpraktikum
- download:
Versuch "Reaktorstart"
- download:
Versuch "Steuerstabkalibrierung"
- download:
Versuch "Bildung und Zerfall radioaktiver Isotope"
- download:
Versuch "Kritisches Experiment"
- download:
Versuch "Gammastrahlendosis- und Dosisleistungsbestimmung"
- download:
Versuch "Identifikation unbekannter Radionuklide (Gamma-Spektrometrie)"
- download:
Versuch "Einflussfunktion"
- download:
Versuch "Neutronenflussdichte"
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Öffentlichkeitsarbeit
am AKR (z.B. Gymnasien):
Für
Schüler der 11. und 12. Klassen und andere Interessierte wird ein
ca. 3-stündiges Informationsprogramm zu Fragen der
Kernenergie mit anschließendem Demonstrations-Reaktorstart
angeboten (telefonische Terminabsprache erbeten).
| Voraussetzungen: |
- max. ca. 20
Teilnehmer
- Mindestalter 16 Jahre
- keine Schwangerschaft bei Frauen/Mädchen
- Vorlage eines gültigen Personalausweises erforderlich |
Für
Physikleistungskurse der Gymnasien ist ein erweitertes Programm mit
Praktikum möglich.
Forschungsprojekte
unter Einbeziehung des AKR:
-
Entwicklung eines
Kritikalitätstesters für die Kernmaterialkontrolle von
Nullleistungsreaktoren und kritischen Anordnungen
Partner:
IAEA Wien, Forschungszentrum Jülich, Euratom Luxemburg
-
Consultant Support for
Mini MCA Implementation FZ Rossendorf
Partner:
IAEA Wien, Euratom, Forschungszentrum Jülich
-
Inspector Training in
Use
of Criticality Tester
Partner:
IAEA Wien, Forschungszentrum Jülich, Euratom Luxemburg, GNS
-
Core Inventory Verifier
for Research Reactors
Partner:
IAEA Wien, Forschungszentrum Jülich, Euratom Luxemburg
-
Externe Validation des
Programmsystems ATHLET-CD
Partner:
IKE Universität Stuttgart, GRS Köln, GRS Garching,
-
OPSA (Oxidation
Phenomena
in Severe Accidents)
Partner:
Commissariat à l`Energie Atomique Cadarache, Forschungszentrum
Karlsruhe, Joint Research Centre Ispra, Università degli Studi
di Pisa, AEKI KFKI Budapest
-
Radiation Spectrometry
in
Mixed Neutron-Photon Fields
Partner:
NPL Teddington, PTB Braunschweig, NRPB Chilton, IPSN
Fontenay-aux-Roses, BfS Berlin, Università degli Studi di
Pisa
-
Erweiterung und
Verifikation von TRAMO zur Lösung von
Neutronen/Gammatransportproblemen und Überprüfung von
Kerndatenbibliotheken (Untersuchungen zur Versprödung von
Reaktordruckgefäßen durch Gammastrahlung)
Partner:
FZ Rossendorf, HS Zittau/Görlitz, IKTP TU Dresden
-
Entwicklung und Einsatz
innovativer Methoden bei der Ausbildung von Studenten und der
Qualifizierung von Mitarbeitern zum Kompetenzerhalt in der Kerntechnik
Partner:
AREVA NP GmbH, NL-G
Bilder
vom AKR:

Gesamtansicht der Reaktorhalle

Reaktoranlage des AKR-2
Praktikum am AKR-2
Reaktormodell
Reaktoreinbauten des AKR-2
W.
Hansen, 09. August 2010
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