TU Dresden: Was hat Sie als Künstler bewogen, für die
TU Dresden einzutreten?
Jan Vogler: Bildung ist natürlich ein Schlüssel für
alles, ein Schlüssel für das ganze Leben. Eigentlich leben wir
als Menschen dafür, mehr zu wissen, mehr zu verstehen über
diese Welt. Und die Imagekampagne ist mir sympathisch. Ich
hoffe sehr, dass die TU Dresden im Exzellenzwettbewerb
erfolgreich ist. Und ich bin optimistisch, dass es klappt und
unterstütze es sehr, sehr gerne.
TU Dresden: Welche Bedeutung hat aus Ihrer Sicht die TU
Dresden für die Stadt Dresden?
Jan Vogler: Sie hat eine sehr große Bedeutung. Da ist
zunächst einmal die essentielle Bedeutung, Bildung zu
vermitteln, uns alle klüger zu machen. Darüber hinaus gibt es
natürlich auch eine atmosphärische Bedeutung: Die Universität
zieht viele junge Leute in die Stadt. 36.000 junge Studenten in
einer Stadt wie Dresden, das macht einen Unterschied. 36.000
Studenten aus der ganzen Welt, die hier lernen und hart daran
arbeiten, ihre Zukunft vorzubereiten, das bringt auch eine
positive Energie für die Stadt. Eine Universitätsstadt ist
immer reicher, dynamischer und farbiger.
TU Dresden: Sie stehen bei der Kampagne für „Wissen
schafft Kultur“.
Jan Vogler: Wissen und Kultur kann man nicht trennen.
Bildung hat immer eine sehr umfassende Wirkung, die in
alle Richtungen strahlt. Mit Wissen wird das Verständnis für
Kultur gestärkt und auch für das Soziale. Durch Wissen können
wir uns weiterentwickeln. Und eine Universität ist eigentlich
der schönste Ort der Wissensvermittlung. Ich bin in der DDR
groß geworden und habe immer davon geträumt, an einer großen
Universität mit richtigem Campus zu studieren. Die
Musikhochschulen sind ja eher klein und isoliert. In Amerika
habe ich dann diese riesigen Universitäten gesehen, mit den
grünen Wiesen davor, wo die Studenten mit ihren Büchern sitzen
und lernen. Und da habe ich gedacht, da würde ich gerne noch
einmal studieren. Und noch heute ist es so, wenn ich zu einer
Universität gehe und einen Vortrag halte oder spiele, fühle ich
mich sehr wohl und sofort mit den jungen Leuten verbunden, die
ja für einen sehr, sehr schönen Zweck dort eingeschrieben
sind.
TU Dresden: Glauben Sie, dass die Dresdner ihre
Universität schon ausreichend wahrnehmen?
Jan Vogler: Allein dadurch, dass die TU Dresden
außerhalb des Stadtzentrums liegt und die Studentenflüsse
vielleicht eher in der Neustadt als im Stadtzentrum anzutreffen
sind, wird die Universität noch nicht stark genug
wahrgenommen. Ich glaube, wir können die Stadt noch mehr mit
unserer Universität verbinden. Die Plakate sind ein gute Idee
in dieser Richtung.
Das Interview führte Kim-Astrid Magister.