TU Dresden: Als Ministerpräsident des Freistaates
Sachsen haben Sie sich immer wieder für die Exzellenzbewerbung
der TU Dresden eingesetzt, jetzt geben Sie auch der
Plakatkampagne Ihr Gesicht. Was sind die Gründe dafür?
Stanislaw Tillich: Ich möchte, dass die TU Dresden
Exzellenz-Universität wird, damit Forscher aus der ganzen Welt
diesen Standort attraktiv finden. Es wird einen Schub für die
Wissenschaft geben, es wird einen Schub für die Forschung
geben, einen Schub für Dresden und den Freistaat insgesamt,
wenn wir Exzellenz-Universität werden. Deswegen drücke ich
allen die Daumen.
TU Dresden: Welchen Stellenwert haben Wissenschaft und
Forschung für unseren Freistaat?
Stanislaw Tillich: Wissenschaft und Forschung sind für
uns von existenzieller Bedeutung. Deutschland ist arm an
Rohstoffen, aber reich an Wissen. Und wir können noch reicher
sein, wenn es uns gelingt, nicht nur ordentliche Forscher und
Wissenschaftler auszubilden, sondern auch attraktiv für andere
zu sein, die hierher kommen und mit uns dieses Land entwickeln
und die Wissenschaft und Forschung voranbringen.
TU Dresden: Glauben Sie, dass eine Exzellenz-Universität
im Freistaat auch für den gesamten Freistaat eine Bedeutung
hat?
Stanislaw Tillich: Ich bin mir sicher: Wenn die TU
Dresden Exzellenz-Universität wird, hat das nicht nur für
Dresden eine große Bedeutung, sondern für Sachsen insgesamt und
darüber hinaus. Wir werden z. B. attraktiv sein für junge
Tschechen, für junge Polen, ja aus der ganzen Welt, die dann
hierher kommen, um zu studieren. Daraus erwächst auch noch eine
ganz andere Facette. Es wird hoffentlich dazu beitragen, dass
Sachsen, Niederschlesien und Nordböhmen wieder wirtschaftlich
sehr stark werden, als eine Region, die gerade vor dem 1.
Weltkrieg zu den wirtschaftlich stärksten Regionen in ganz
Europa zählten. Auch das verbinde ich mit der
Exzellenz-Universität.
Das Interview führte Kim-Astrid Magister.