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Sektionen

Einführung zur Bestandsübersicht der TU Dresden

Bestandsgruppe 1828 bis 1945 (Altbestand)

Der Altbestand ist zu mehr als 50 Prozent während der Bom­ben­an­griffe auf Dresden, insbesondere am 13./14. Februar 1945, vernichtet worden. Dem mutigen  Einsatz von einigen Hochschulan­gehörigen ist es zu danken, dass dennoch aus dem zerstörten ehemals repräsentativen Hauptgebäude der Hochschule in der Nähe des Dresdner Hauptbahnhofs wichti­ge Akten von Abteilungen / Fakultäten, des  Rektorats und des Rentamtes (Verwaltung) gerettet werden konn­ten. Dazu gehört auch ein Teil der Studentenakten aus dem 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.
Wesentlich günstiger ist die Überlieferungslage  der ehemaligen Forstlichen Hochschule Tharandt, die 1816 von einer privaten Forstlehranstalt unter Leitung Heinrich Cottas in eine staat­liche  Bildungseinrichtung als Kgl. Sächsische Forstakademie (später Kgl. Sächs. Forstliche Hochschule Tharandt)  überführt wurde. Diese wohl älteste europäische Forstlehranstalt auf wissenschaftlicher Grundlage, wurde 1929 als Abteilung Forstliche Hochschule in die Technische Hochschule Dresden integriert.

 

Bestandsgruppe 1945  bis  1968

Diese  Bestandsgruppe des Universitätsarchivs umfasst neben den Strukturen der Universitätsleitung, des Senats, der Fakultäten mit ihren Instituten, der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät (ABF) auch die Verwaltung der Universität, einschließlich der vielen angeschlossenen Kultur- und Sozialeinrichtungen. Sie belegt u. a. den anfangs sehr star­ken Ein­fluss der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) auf die Hoch­schu­le, den ra­schen und großzü­gigen Wieder­aufbau und die baulichen wie strukturellen Erweiterungen  während der fünfziger und sechzi­ger Jahre zur führenden technikwissen­schaft­lichen Aus­bildungs­stätte in der DDR.  Sie dokumentiert neben der hohen internationa­len Reputation der Hochschule gleichfalls die seit den 1950-er Jahren erfolgte Zunahme wissen­schafts­fremder parteipolitischer Eingriffe. Gleichfalls kommt insbesondere nach der Gründung der DDR 1949 in der Überlieferung die Einflussnahme der vorgesetzten Regierungsbehörde, des Staatssekretariats, später des Ministeriums für Hoch- und Fachschulwesen (MHF), zum Ausdruck.

 

Bestandsgruppe 1969 bis 1990

Diese Bestandsgruppe umfasst die Überlieferungen des Rektorats, des Senats, der Verwaltung, der Sektionen mit Instituten und Lehrstühlen sowie der gesellschaftlichen Organisationen, insbesondere des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), der wie die SED eine eigene Kreisleitung an der Universität hatte. Von 1969 war die Zahl der Sektionen von ursprünglich 24 auf 28 erhöht worden. Dazu gekommen waren Einrichtungen mit dem Status von Sektionen, die zentrale und übergreifende Aufgaben wahrnahmen, wie das Rechenzentrum, das Institut für Hochschulsport und das Institut für Recht in Wissenschaft und Technik.
Mit der Durchsetzung der vom Politbüro der SED und der Regierung der DDR initiierten so genannten 3.  Hochschulreform wurde das Hoch- und Fachschulwesen der DDR weiter zentralisiert und Reste noch bestehender Autonomie gegen erheblichen Widerstand aus den Instituten abgebaut. Die Fakultäten verloren ihre ursprüngliche Bedeutung. Es wurden 22 Sektionen als die grundlegenden wissenschaftlichen Einheiten gegründet, die durch die Sektionsdirektoren nach dem Prinzip des demokratischen Zentralismus wiederum straff vom Rektorat und der SED-Kreisleitung  angeleitet und kontrolliert wurden.
Während des letzten Jahrzehnts der DDR waren entsprechend der internationalen Entwicklung und des härter gewordenen Wettbewerbs auf den Weltmärkten neue Organisationsformen entstanden, wie die des Exportbeauftragten. Gleichfalls war der Sicherheits- und Überwachungsapparat ausgebaut worden.
Im Jahre 1986 wurde die ehemali­ge Ingenieur­hoch­schule Dresden (1861 als Gewerbeschule gegründet) in die Univer­sität inte­griert. Sie bildete die Grund­struk­tur für das der TU Dresden unterstell­te Infor­matikzen­trum des Hoch­schul­we­sens der DDR, das den Rück­stand der DDR auf dem Gebiet der moder­nen Infor­ma­tions­tech­nolo­gien gegenüber dem Westen auf­holen soll­te.

 

Bestandsgruppe 1990 ff

Die politische Wende und die Wiederver­eini­gung Deuts­ch­lands hatten fundamentale Auswirkungen auf die Universität. Personalpolitische und fachliche Evaluierungen hatten zur Folge, dass der Personal­bestand eine  einschneidende Verringerung erfuhr und Strukturen inner­halb kürzester Fri­sten aufge­löst wurden.  Auf der Grundlage des Gesetzes zur Struktur des Hochschulwesens und der Hochschulen im Freistaat Sachsen vom 10. April 1992 und des Gesetzes über die Hochschulen im Freistaat Sachsen vom 4. August 1993 wurden im Freistaat Sachsen sowohl  die ehema­lige Hochschule für Ver­kehrs­wesen "Friedrich List" sowie  die Pädagogischen Hoch­schule "Karl-Friedrich-Wilhelm-Wander", beide 1952 gegründet, aufgelöst. Der Lehrbetrieb wurde unter  neuen inhaltlichen und strukturellen Voraussetzungen an der TU Dresden fortgesetzt.  Die Archive beider Hochschulen bilden eigene Bestandsgruppen im Universitätsarchiv. Die 1954 gegründete Medizinische Akademie "Carl Gustav Carus" war die Vorgängerinstitution der 1993 ins Leben gerufenen Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus und des Universitätsklinikums gleichen Namens. Diese Archive bilden heute gleichfalls eine eigene Bestandsgruppe.
Inhaltlich gehören dieser Bestandsgruppe die Archivalien der obersten Leitungsebene der Universität, die neu gegründeten Fakultäten mit den Instituten sowie die gesamte Universitätsverwaltung an.

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Stand: 02.08.2012 13:53
Autor: Matthias Lienert

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