Sommersemester 2012
Wissenschaft im öffentlichen Raum: Beispiel
Museum
Vor dem Hintergrund eines prozessualen
Kulturbegriffs kann Wissenschaft als ein kulturelles
Ordnungsmuster beschrieben werden, das vom öffentlichen
Raum nicht geschieden, sondern idealerweise darin
verankert sein sollte. Dieser aktuelle Anspruch
entwickelte sich aus einem historisch gewachsenen
Defizit: Die Institutionalisierung der Wissenschaft und
die damit einhergehende Spezialisierung ihrer Akteure
ließ eine Kluft zwischen Forschung und Öffentlichkeit
entstehen, die es heute zu überbrücken gilt.
Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sind
aufgefordert, ihr Wissen in die Gesellschaft zu
transferieren; umgekehrt kann aber auch die
Öffentlichkeit auf die Wissenschaft wirken, indem sie
etwa ein Forschungsvorhaben erst legitimiert. Eine
wichtige Rolle innerhalb dieser Kommunikationssituation
nehmen professionelle Vermittler ein, wie
beispielsweise Lehrer, Journalisten oder Kuratoren. Der
Fokus dieses Seminars richtet sich auf die Praxis der
Wissensvermittlung in Museen: Welche gesellschaftliche
Verantwortung übernehmen Museen beim Transfer von
Wissen? Inwieweit können spezifische, beispielsweise
naturwissenschaftliche Erkenntnisse überhaupt
ausgestellt werden? Und welche Erwartungen stellt ein
Museumsbesucher an eine gelungene Ausstellung? Für
diese Fragen wollen wir im Seminar Antworten und
Anschlussfragen erarbeiten. Das Modul bietet
Gelegenheit, zwei Dresdner Museen kennenzulernen und
mit ihren Vertretern ins Gespräch zu kommen.
Termine:
Donnerstag, 25.10.2012, 17.00 Uhr: Organisatorisches
und Einführung
Ort: SLUB, Gruppenarbeitsraum 0.46
Freitag, 23.11.2012: Besuch der interdisziplinären
Tagung Wozu Museen?
Ort: Deutsches Hygiene-Museum
Freitag, 11.01.2013: Vortrag und Diskussion
mit
Roland Schwarz, Direktor der Technischen Sammlungen
Dresden
Begegnung mit dem Unsichtbaren
Das Museum als Ort der Wissenschaftskommunikation
Ort: Technische Sammlungen
|