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Prokrastination
Prokrastination – jeder fünfte deutsche Studierende ist betroffenSeit einiger Zeit berichtet die deutsche Presse über das so genannte Prokrastinieren von Schülern und Studierenden. Weshalb es vielen so schwer fällt, Unangenehmes pünktlich zu erledigen und welche Tipps helfen, um sich aufzuraffen: Der Berufseinstieg für Absolventen wird zunehmend komplizierter, vor allem wenn nicht zuvor ein Abschlussziel gewählt wurde, das den späteren Beruf nahezu vorbestimmt. Denn nicht alle wollen Lehrer, Juristen oder Ärzte werden. Wer zur „Generation Praktikum" gehört, muss seinen Weg nach der Uni selbst wählen. Dabei gehört zum erfolgreichen Start ins Berufsleben nicht zwangsläufig der Weg über Praktika und Volontariate. Viele Akademiker nehmen bereits während des Studiums das Heft selbst in die Hand und werden Existenzgründer. Doch da die vielzitierte „Existenzgründung" nicht nur aus einer fixen Idee besteht, sondern auch viele Stolpersteine bereithalten kann, informieren wir hier in fünf Akten über alles Wichtige für Gründer und Selbständige. Nicht alles, was nicht sofort erledigt wird, fällt unter die klassische Definition der Aufschieberei bzw. unter den psychologischen Fachbegriff Prokrastination (lateinisch „pro“ = für, „cras“ = morgen). Manche Dinge benötigen eine Planungsphase; manche werden in Zeiten hohen Stresses vergessen bzw. prioritätenmäßig nach hinten gerückt. Wer allerdings regelmäßig wichtige Termine und Deadlines absagt oder verschiebt, leidet unter Prokrastination. Betroffen sind Menschen verschiedener Berufsgruppen. In jüngster Zeit wurden mehrere Stimmen (z.B. zum Nachlesen unter http://www.helpster.de/themen/schule) betroffener Schüler und Eltern laut. Aber auch bei Erwerbstätigen greift das Schema des ewigen Aufschiebens noch. Sind es bei Schülern die komplizierten Mathe Hausaufgaben, die bis zur letzten Minute beiseitegelegt werden, so drücken sich Angestellte vor der neuen Projektskizze mit Ablenkung dank Youtube-Videos oder dem Checken des Facebook-Profils. Hauptproblemgruppe bleiben allerdings nach wie vor Studierende. Etwa die Hälfte gibt zu, immer mal wieder etwas Unangenehmes aufzuschieben. 20 Prozent von ihnen gehören dabei zu den chronischen und damit krankhaften Aufschiebern. Rolf Schulmeister, Bildungsforscher an der Universität Hamburg, warf einen genauen Blick auf das Lernverhalten seiner Schützlinge. Das Ergebnis dabei war, dass ein Großteil der Studierenden ihre Arbeitsbelastung als deutlich höher einstufte als sie im Endeffekt war. Statt den im Mittel 23 Stunden tatsächlich geleisteter Arbeit pro Woche schätzten diese ihren Aufwand auf durchschnittlich 36 Stunden. Um das Problem in den Griff zu bekommen, sollten Betroffene zunächst nach den Gründen ihres Prokrastinierens suchen. Oft seien beim Aufschieben bewusste oder unbewusste Konflikte im Spiel, so Hans-Werner Rückert, Diplom-Psychologe und Studienberater an der Freien Universität Berlin. Liegt es vielleicht an der Arbeit an sich, dass man sie aufschiebt? Befindet man sich also im falschen Studienfach ohne es zu realisieren? Oder wird man eventuell von dem Drang nach Perfektion und der Angst, Fehler zu machen getrieben? Oft hilft ein detaillierter Plan, bei dem man sich kleinschrittig an eine ungeliebte Aufgabe herantraut. Sollte auch dies nicht greifen, bieten die meisten Universitäten psychologische Beratungsstellen an. Auch das Gespräch mit Leidensgenossen und weitere Anleitungen bei helpster können hilfreich sein, um sich endlich dem Berg Arbeit zu widmen, der sich unliebsam auf dem Schreibtisch angestaut hat. |
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