v.l.n.r. Herr Prof. Skrotzki, Herr Prof. Henle, Frau
Prof. Schmidt
(Foto: Herr Männel)
Zum dritten Mal wurde an der TU Dresden in einem Wettbewerb
die familienfreundlichste Einrichtung gesucht. Dafür hatte das
Rektoratskollegium drei Preise ausgelobt. In Zusammenarbeit
mit dem Campusbüro Uni mit Kind und dem Studentenwerk
organisierte das Referat Gleichstellung von Frau und Mann die
Ausschreibung. Die drei Partner gestalteten auch die
Preisverleihung, die am 20. Mai 2010 am CRTD, dem Preisträger
des Jahres 2008, stattfand. Ein stimmungsvolles Musikprogramm
sorgte für eine sehr frohe und dem Anlasse gebührende
Atmosphäre. Prof. Brand, Direktor des CRTD und Biotec,
berichtete von der alltäglich gelebten Vereinbarkeit von Beruf
und Familie im Bioinnovationszentrum. Durch die massive
Expansion des BIOTEC in den letzten Jahren sei gerade
Familienfreundlichkeit ein Dauerthema, will man gutes Personal
gewinnen und behalten.
Die Bewerbungen zeigten, wie in vielen Bereichen durch
zahlreiche Aktivitäten kleine und große Leuchttürme entstanden
sind und ständig wachsen. Folgende Fakultäten und
Arbeitsgruppen bzw. Personen haben sich 2009 an der
Ausschreibung beteiligt:
- die Medizinische Fakultät bzw. das Universitätsklinikum,
vertreten durch Herrn Prof. Heller (Klinik und Poliklinik für
Anästhesiologie und Intensivmedizin) und Herrn Prof.
Joraschky (Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und
Psychosomatik)
- die Fakultät Maschinenwesen, vertreten durch die
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Herrn Prof. Skrotzki
(Professur für Metallphysik) und Herrn Prof. Felsmann
(Professur für Energiesystemtechnik und Wärmewirtschaft)
- die Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften,
vertreten durch Herrn Prof. Henle (Professur für
Lebensmittelchemie)
- die Fakultät Architektur, vertreten durch Frau Prof.
Schmidt (Leiterin des Instituts für
Landschaftsarchitektur),
- die Fakultät Verkehrswissenschaften, vertreten durch
Herrn Prof. Becker (Lehrstuhl für Verkehrsökologie)
Der Rektor der TU Dresden, Professor Hermann Kokenge,
verlieh wie auch in den vergangenen Jahren die Preise: Die
Preisträger haben sich vor allem um angenehmes Arbeitsklima
und familienfreundliche Arbeits- und Studienbedingungen
verdient gemacht.
Den dritten mit 200 EUR dotierten Preis erhält Herr
Prof. Skrotzki (Professur Metallphysik) sowie seine
Arbeitsgruppe, die ihn vorgeschlagen hat.
Beim dritten Preisträger überzeugte die Jury ein sehr
persönliches Schreiben von zwei Mitarbeiterinnen und einem
Mitarbeiter. Sie berichten von ihren persönlichen Erfahrungen
bei der Vereinbarkeit von Studium, Promotion und Familie. Die
Besonderheit dieser Bewerbung liegt u. a. in den dargestellten
positiven Erfahrungen einer jungen Familie mit Kind, die das
gute Arbeitsklima, die familienfreundlichen Arbeitsbedingungen
sowie die Unterstützung durch Vorgesetzte und das Arbeitsteam
beschreibt. Durch Teilzeitarbeit und eine freie Einteilung der
Arbeitszeit gelingt es ihnen, Promotion und Familie zu
vereinbaren. Lobend erwähnen sie außerdem, dass sie auch bei
der Suche nach einem Kita-Platz unterstützt worden sind.
Den zweiten mit 300 EUR dotierten Preis erhält Herr
Prof. Henle (Professur für Lebensmittelchemie), der von der
Gleichstellungsbeauftragte der Fakultät
Mathematik/Naturwissenschaften Frau Dr. Gloe vorgeschlagen
wurde.
Die Professur für Lebensmittelchemie wurde bereits zum dritten
Mal für den Preis für Familienfreundlichkeit vorgeschlagen,
was auf kontinuierlich gute familienfreundliche Studien- und
Arbeitsbedingungen hinweist. Ausschlaggebend für die
Nominierung sind insbesondere der hohe Anteil von
Diplomandinnen und Promovendinnen, deren Qualifizierung durch
ein gutes Arbeitsklima und familienfreundliche
Arbeitsbedingungen unterstützt werden. Qualifizierungen werden
auch mit Kind trotz zusätzlicher familiärer Belastung in
angemessenem Zeitraum und in hoher Qualität abgeschlossen. Die
Professur engagiert sich darüber hinaus seit mehreren Jahren
sehr stark im Rahmen der Kinderuniversität Dresden. Die
Experimentierangebote im Kinderlabor für Kinder von 8-10
Jahren finden großen Zulauf und tragen dazu bei, zukünftige
Studierende, insbesondere auch junge Frauen, für die
Ingenieur- und Naturwissenschaften zu gewinnen.
Der erste Preis, der mit 500 EUR dotiert ist, geht
an Frau Prof. Schmidt, Direktorin des Instituts für
Landschaftsarchitektur.
Frau Prof. Schmidt hat in ihrer Bewerbung den Bezug des
Instituts zu allen Zielgruppen der Universität, zu
Beschäftigten und Studierenden, gleichermaßen hergestellt.
Hervorzuheben sind das hohe Engagement, die Anerkennung und
das Verständnis von Vorgesetzten und Arbeitsgruppen für
Studierende und Beschäftigte mit Familienpflichten.
Beispielhaft sind folgende Maßnahmen: flexible Arbeitszeiten,
familienfreundliche Urlaubszeiten und Beratungstermine in
Gremien, die mit Familienpflichten vereinbar sind. Das Thema
Familienfreundlichkeit wird auch im Studium häufig in den
Fokus gerückt, z. B. in Seminaren, Semesterprojekten sowie in
Diplom- und Forschungsarbeiten. Neben der Gestaltung von
kinderfreundlichen Orten geht es vor allem um die Vermittlung
von Baukultur. Dazu gehört die Entwicklung
familienfreundlicher, vielfältig nutzbarer Freiräume als
notwendiger Bestandteil einer zukunftsfähigen,
lebensbejahenden und vitalen Stadt. Auch die Lernumgebung der
Studierenden wird familienfreundlich gestaltet: So gibt es in
Vertiefungsseminaren nur wenige Präsenztermine und es besteht
die Möglichkeit zur freien Zeiteinteilung. Der erste Preis
wird dem Institut auch deshalb zuerkannt, weil die Bewerberin
eine kreativ gestaltete Broschüre vorgelegt hat und die
Verwendung des Preisgeldes überzeugend war. Das Preisgeld soll
für eine Ausstellung und/oder einen Wettbewerb zu
studentischen Projekten zum Thema „Landschaftsarchitektur für
Kinder“ verwendet werden.
Noch eine Neuigkeit konnte verkündet werden: Die intensive
Beschäftigung der Arbeitsgruppe familiengerechte Hochschule
mit der Re-Auditierung der TUD als familienfreundliche
Hochschule in den letzten sechs Monaten hat sich gelohnt. Dr.
Schober, die Gleichstellungsbeauftragte der TU Dresden und
operative Projektleiterin des »audit familiengerechte
hochschule«, konnte mitteilen, dass die TUD am 11. Juni 2010
das Zertifikat zur Re-Auditierung erhält. Es zeigt sich, so
auch die abschließenden Bemerkungen des Rektors, dass der TUD
die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie wirklich ein
Anliegen bedeutet, das zukunftsträchtig ist und tatkräftig
unterstützt wird.