Am 26.11.2012 fand die
Personalversammlung statt.
Themen waren:
- Stellenabbau
- Arbeitsprozessoptimierung
- Personalentwicklung
Tagesordnung:
- Tätigkeitsbericht des Personalrates
(Personalratsvorsitzende)
- Stellenabbau an der TUD: Zahlen, Fakten, Konzequenzen
(Rektor)
- Arbeitsprozessoptimierung - geplante Effekte und
vorraussichtlicher Mehrwert (Kanzler)
Fragen von Beschäftigten zur ordentlichen
Personalversammlung an der TUD am 26.11.2012:
Stellenabbau
1) Bis 2015 ist vom Land ein weiterer Abbau von
Haushaltsstellen an der TUD vorgesehen.
Aber die Studierendenzahl ist gleichbleibend
hoch, steigt teilweise. Wie löst die Uni-Leitung dieses
Problem?
Wie wurde das in den Strukturvereinbarungen
berücksichtigt?
2) Wie wird eine hohe Qualität in der Lehre, insbesondere in
Seminaren, Übungen und Praktika, gesichert,
wenn Stellen abgebaut werden?
3) Zusätzliche „Lehrkräfte für besondere Aufgaben“ werden nur
über befristete Verträge beschäftigt.
Wie lange noch sollen unbefristete durch
befristete Stellen ersetzt werden? Ist das eine Lösung?
Befristung und
Erhöhung des Lehrdeputats als
Qualitätssicherung der Lehre?
4) Wie ist der Lehrexport in andere Fakultäten zu realisieren,
wenn Stel-len und zum Beispiel fast
30 Vorlesungsstunden und somit gleich auch
Wahlpflichtfächer wegfallen? Ist das der Qualitätsanspruch
unserer Uni?
Wie sollen in dieser Situation „die besten
Köpfe“ an die TUD kommen?
5) Eine gute Idee wäre die Einrichtung von
fakultätsübergreifenden Lehr-tandems. Aber wie soll das ohne
Reduzierung
des Lehrdeputats oder Anrechnung bei den
Kapazitäten wirklich gehen?
Arbeitsprozessoptimierung
1) Die SAP-Einführung soll den Verwaltungsaufwand reduzieren.
Wie sieht das konkret auf dezentraler Ebene aus?
2) Wie wirkt sich die ERP-Einführung auf meine konkrete Stelle
im Insti-tut (Sekretariat) aus? Wann werde ich
endlich über diese Änderungen
informiert?
3) Bekommt meine Kollegin, die Verantwortung als Buchungs-User
hat, zukünftig mehr Geld als ich, wenn ich nur „Mini-User“
bin?
4) Ich bin schon etwas älter, muss ich auch mit SAP arbeiten
und das lernen?
5) Die neue Organisationsstruktur (Bereiche) existiert
nicht:
Wann und wie werden dezentrale Rollen und
Berechtigungen definiert?
Wann weiß ich, ob ich „Buchungs- oder
Info-User“ sein werde? Die Schulungen für SAP sind nämlich viel
zu allgemein und
nicht auf die Ver-hältnisse an der TUD
zugeschnitten!
6) Kann jede Professur eine Berechtigung als Buchungs-User
bekom-men? Wie viele Vertreter sind geplant?
7) Wie viel Arbeitszeit pro Woche muss ein Buchungs-User im SAP
„zu-bringen“?
8) Warum werden Bereichsdezernenten und Bereichscontroller
einge-stellt, obwohl es de facto noch keine Bereiche
gibt?
Welche Weisungs-befugnisse haben sie
gegenüber den Dekanatsangestellten?
9) Gibt es eine Kosten-Nutzen-Rechnung für die Einführung von
ERP/SAP?
10) Welcher „Mehrwert“ wird in den nächsten 3 bis 5 Jahren
durch die Systemeinführung erwartet?
Personalentwicklung
1) Funktioniert der Umbau der Universität ohne
Personalentwicklungs-konzept?
2) Welche Entwicklungsmöglichkeiten habe ich an der
Universität? Ich möchte nicht unbedingt in die Industrie
abwandern,
nur weil dort mehr gezahlt wird.
3) Warum werden befristete Verträge nicht für die gesamte
Projektlauf-zeit oder Förderungsdauer abgeschlossen,
sondern in der Regel kürzer?
4) Was wird nach 2015 (Evaluation durch Land) und nach 2017 aus
den befristet eingestellten Mitarbeitern, wenn die
Förderung
aus dem Zu-kunftskonzept ausläuft? Wie wird
Qualität in Lehre, Forschung und Ver-waltung nachhaltig
gesichert?
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Am 02.07.2012 fand die zweite außerordentliche
Personalversammlung als Fortsetzung der PV vom 26.3.12
statt.
Thema: Tschüss Fakultäten - Willkommen Bereiche
Themenschwerpunkte:
- Was können die Bereiche, was die Fakultäten nicht
leisten?
- Inwieweit betrifft die SAP-Einführung auch die Beschäftigten
außerhalb der Verwaltung?
Rektor und Kanzler haben teilgenommen.
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Am 26. März 2012 fand eine außerordentliche
Personalversammlung mit folgenden Themen statt.
Thema: Strukturveränderungen, Schools, Rollen – Wo ist
zukünftig mein Platz?
Themenschwerpunkte:
- Strukturkonzept und Personalentwicklungskonzept
- Auswirkungen der strukturellen Veränderungen auf die
Beschäftigungsverhältnisse
Podiumsteilnehmer:
Frau PD Dr. Ellen Hieckmann (Senatorin des akad.
Mittelbaus)
Frau Dr. Christina Janz (PR-Vorsitzende)
Herr Prof. Dr. Karl Lenz (Prorektor für
Universitätsplanung)
Herr Michael Loeper (Senator des nichtwiss. Personals)
Herr Prof. Dr. Christian Schroer(Prodekan Fakultät MN,
angefragt)
Frau Prof. Dr. Susanne Strahringer (Dekanin Fakultät
WiWi)
Herr Wolf-Eckhard Wormser(Kanzler)
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Wo ist zukünftig mein Platz?
Von der außerordentlichen Personalversammlung am 26. März
berichtet
Die Verantwortung im Hinblick auf Personalentwicklung an der TU
Dresden liegt in erster Linie bei der Universitätsleitung.
Strukturelle Veränderungen können Teil dieser Entwicklung
sein,
aber nicht ohne langfristige Überlegungen, die klar ausweisen,
welche Ziele die Universität mit welchen Mitteln bis 2020
erreichen möchte.
Deshalb lautete das Thema der außerordentlichen
Personalversammlung am 26. März 2012
„Strukturveränderungen, Schools, Rollen – Wo ist zukünftig mein
Platz?“
Eröffnung der Podiumsdiskussion durch Frau Dr. Janz
Frau Dr. Janz erinnerte in der Eröffnung der Veranstaltung an
die Personalversammlung im Oktober 2011 und an die offenen
Fragen, die damals nicht mehr beantwortet werden konnten.
Nun war die Form einer Podiumsdiskussion gewählt worden, um
Vorstellungen zum Struktur- und Personalentwicklungskonzept, zu
den Schools und zu möglichen Auswirkungen der
strukturellen
Veränderungen auf die einzelnen Beschäftigungsverhältnisse
vonseiten der Universitätsleitung, der Senatsvertreter, des
Personalrates und der Beschäftigten kennen zu lernen, zu
diskutieren und zu entwickeln.
Im Podium hatten Herr Prof. Lenz, Herr Wormser, Herr Prof.
Schroer, Frau PD Dr. Hieckmann, Herr Loeper und Frau Dr. Janz
Platz genommen.
Statements der Podiumsteilnehmer zu den o.g. Themen
Zunächst gingen die Podiumsmitglieder in kurzen Beiträgen auf
wichtige Fragen ein, die sich aus ihrer Sicht mit dem Thema
verbinden: Herr Lenz beschreibt Probleme in der
Finanzausstattung
der TU Dresden und führt aus, dass 240 Stellen bis
2015 abzubauen sind. Das sind 10% der Haushaltsstellen!
Bis 2020 kann mit weiterem Stellenabbau gerechnet werden, wenn
die im Jahr 2015
vorgesehene Evaluation entsprechend ausfällt. Bisher geht die
Universitätsleitung davon aus, dass keine betriebsbedingten
Kündigungen vorgenommen werden müssen. Herr Lenz widerspricht
der
Auffassung, die von Beschäftigten geäußert wird, dass beim
Stellenabbau nach der Rasenmähermethode vorgegangen wird. In
allen Fakultäten, Einrichtungen und in der zentralen
Universitätsverwaltung
werden Strukturgespräche geführt und Entscheidungen
vorbereitet. Wann diese abgeschlossen sein werden, wann es
verbindliche Aussagen zu den Entscheidungen geben wird, bleibt
allerdings offen.
Die TU-Leitung wolle ihre Verantwortung für eine unter diesen
Bedingungen gute Entscheidung wahrnehmen. Unbenommen davon habe
sich die TUD gegenüber der Landesregierung gegen die
Stellenkürzungen gewandt.
Die Umstrukturierung im Verwaltungsbereich ist soweit
fortgeschritten, dass die Aufgaben und Verantwortungsbereiche
der hauptamtlichen Prorektoren neu geordnet wurden. Im weiteren
soll gesichert werden,
dass die Fakultäten in Schools gebündelt werden und ihre aus
dem Sächsischen Hochschulgesetz abgeleiteten Rechte ausüben
können. In den Schools sollen fachübergreifende Aufgaben gelöst
werden.
Herr Schroer stellt in seinem Beitrag dar, dass bereits jetzt
in der Fakultät Mathematik/ Naturwissenschaften, trotz der
unterschiedlichen Fachrichtungen, die in ihr zusammengefasst
sind, Vorteile des Modells erkennbar seien.
An diesem Beispiel ließe sich vielleicht die Angst nehmen, was
passiert, wenn sich Fakultäten zusammenschließen. Er erhofft
sich eine Vereinfachung in der Verwaltung. Herr Loeper weist
darauf hin, dass eine
fakultätsübergreifende Arbeit im Bereich Technik schon seit
Jahren praktiziert wird und damit gute Erfahrungen
einhergehen.
Herr Wormser entgegnet Frau Janz, dass das Uniklinikum, als ein
Unternehmen betrachtet, nicht als Vorbild für ein
Personalentwicklungskonzept für die TUD angesehen werden kann.
Er ist davon überzeugt,
dass eine Organisationsentwicklung der Personalentwicklung
vorausgehen muss, so wie es jetzt an der TUD praktiziert
wird.
Es besteht im Podium weitgehend Konsens, dass an der TU in der
bestehenden Organisationsstruktur und in der
Personalentwicklung noch größerer Veränderungsbedarf besteht.
Herr Lenz betont ebenfalls, dass
die Universität nicht als Wirtschaftsunternehmen
betrachtet werden kann. Die Universitätsleitung könne nicht
entscheiden, was durch einen Professor entschieden werden muss.
Man könne zwar von Unternehmen lernen
und Gespräche dazu führen, was ein Personalentwicklungskonzept
an der Universität sein könne, z. B. auch wie die Relation
befristeter zu unbefristeten Mitarbeitern betrachtet wird. Wenn
man sich umschaut,
dann gebe es zu viel unbefristete Kohortenungerechtigkeit.
Welche Entscheidungs- und Kompetenzträger braucht man
dauerhaft? Wie kann man faire Chancen auf
Wissenschaftskarrieren geben? Diese Fragen müssten
unter anderem beantwortet werden. Aufgabe des Personalrates
könne es sein, so Herr Lenz, diese Besonderheiten eines
Personalentwicklungskonzeptes an der Universität
herauszuarbeiten. Frau Janz führt aus,
dass z.B. das Konzept an der Uni Bremen eher
unternehmensorientiert sei, aber dass man Teile davon
übernehmen könne. Herr Lenz nimmt diese Anregung gern
auf. Die Arbeit an einem Personalentwicklungskonzept
für unsere Universität sollte parallel vom Personalrat und von
der Universitätsleitung in Angriff genommen werden.
In der weiteren Diskussion nimmt die Frage der Bündelung der
Fakultäten in Schools einen breiteren Raum ein. Eine Frage aus
dem Publikum richtet sich auf die notwendigen Kompetenzen auf
der Schoolebene.
Herr Wormser und Herr Lenz führen unter anderem aus, dass die
Bereiche so strategisch aufgestellt werden sollen, dass sie
handlungsfähig sind. Budgetentscheidungen sollen in den Schools
getroffen werden können.
Die Universitätsleitung hat sich nach Begehungen und Gesprächen
mit den Dekanen auf fünf Schools festgelegt. Ursprünglich hatte
man nur an einen Ingenieurbereich gedacht. Da die
Ingenieurwissenschaften aber sehr
stark vertreten sind, ist die Entscheidung für zwei Bereiche
gefallen, was die Realität besser abbildet. Frau Hieckmann
stellt sich die Zusammenfassung der Fakultäten in Bereichen mit
der bisherigen Gremienstruktur
der Fakultäten vor und dafür sei auch ein
Personalentwicklungskonzept erforderlich. Herr Lenz ergänzt,
dass die Bereiche so etwas wie die Fakultäten werden sollen,
nur sind die bisherigen Fakultäten zum Teil sehr klein,
das erweise sich als ungünstig. Die Universitätsleitung ist
dabei, eine Rahmenordnung für die Bereiche zu erstellen, die
dann im Senat diskutiert und verabschiedet werden soll.
Die Verwaltungszusammenführung auf dezentraler Ebene soll auf
keinen Fall zu Personalabbau führen, sondern zu gegenseitiger
Unterstützung. Die Soll-Prozesse sind modellhaft für die
gesamte Universität abgebildet worden.
Derzeit werden diese Prozesse genau geprüft. „Wir wollen keine
zusätzlichen Schreibtische einführen“, so Herr Wormser. Mit
Bezug auf den Kabinettsbeschluss zum „Personalcontrolling“ wird
die dort praktizierte Verfahrensweise
für die Personalentwicklungsplanung und –steuerung an der TUD
vollkommen abgelehnt. Wie der Prozess an der TU gestaltet
werden soll, wie er jetzt bereits vor sich geht, das wird von
der Unileitung nicht erklärt.
Frau Hieckmann benennt als Hauptziel dieser Veranstaltung, dass
die Aufmerksamkeit doch stärker auf die Dinge gelenkt werden
muss, die sich hier im Hause abspielen. Es sollen Aktivitäten
von unten geweckt werden!
Zum Glück gebe es nach ihrer Kenntnis eben keine fertigen
Konzepte, sondern die Chance, über Vertreter im Senat Meinungen
einzubringen. Aus ihrer Sicht könnte die Schoolbildung ein
Mittel sein, die TU strategisch gut aufzustellen.
Es könne deutliche Vorteile bei der Gestaltung von
Studiengängen geben. Sie erhofft sich für die Verwaltung ein
höheres Maß an Transparenz und Vergleichbarkeit. Sie verweist
darauf, dass der Prozess in mehreren Phasen abläuft.
Ihre Überlegungen gehen dahin, dass Schools den Status bekommen
wie Fakultäten, damit Gremien, wie im Hochschulgesetz
festgeschrieben, entstehen und die Gruppenuniversität
gewährleistet ist. Außerdem wäre es nicht gut,
zentrale wissenschaftliche Leuchttürme der TUD außerhalb der
Schools zu platzieren.
Die Podiumsdiskussion wurde mit Fragen aus dem Publikum
fortgesetzt
Aus dem Publikum gibt es mehrere Fragen: Die Bildungsministerin
habe kürzlich als Fehler benannt, dass viel von Strukturen
gesprochen werde, aber nicht von Inhalten. Es war die Rede von
der Bündelung von Vorgängen
in der Verwaltung. Es entsteht der Eindruck, der Aufwand wäre
jetzt höher als zuvor. Wer garantiert, dass die versprochenen
Optimierungsprozesse auch eintreten. Man habe ja beim
Bologna-Prozess gesehen, dass viele
Versprechungen nicht eingelöst wurden, damals hießen die
Schlagworte auch Transparenz und Optimierung. Man habe die
Sorge, dass mit den Schools eine zusätzliche Ebene geschaffen
werde, die nichts bewirkt. Ein Professor
spricht das Problem der Befristungen an, die es unmöglich
machen, talentierte Wissenschaftler länger an der Uni zu
halten, ihnen langfristige Perspektiven zu geben. Eine andere
Beschäftigte spricht den Widerspruch zwischen
befristet beschäftigten Mitarbeitern und einem nicht
vorhandenen Personalentwicklungskonzept an. Die kurzfristigen
Beschäftigungen haben zugenommen, was außerordentlich ungünstig
für die Weitergabe des know how sei.
Ein Mitarbeiter äußert sich enttäuscht über die
Mitarbeiter-Vertreter, die das Vokabular der Uni-Leitung
benutzten und damit darstellen, dass alles alternativlos sei.
Er verstünde nicht, dass in letzter Zeit eine Reihe von
Einrichtungen
entstanden seien, die fast alle englische Bezeichnungen haben,
wie das WelcomeCenter, CareerService, SML usw. oder was soll
der Alumni-Ball. Das würde alles viel Geld kosten, das wir ja
bekanntlich nicht hätten und er fragt,
ob die Uni-Leitung belegen könne, dass diese ihr Geld wert
seien. Er habe den Eindruck, es handle sich hier um Reformitis:
Es werden Probleme geschaffen und bearbeitet, die wir sonst
nicht hätten.
Herr Wormser erklärt, dass der Alumniball die TUD nichts kosten
würde. Nicht alles, was neu wäre, wäre schlecht, bloß weil es
Veränderungsnotwendigkeiten mit sich bringt. Er verweist
nochmals auf die unnötigen Wege, wenn ein
Vorgang dreimal auf dem Tisch landet und dass Reformen zur
Vereinfachung und Optimierung notwendig seien.
Eine weitere Frage: Seit Monaten würde immer nur von Vorteilen
gesprochen. Da es nichts gibt, was nicht auch Nachteile hätte,
wäre es wichtig, um die Akzeptanz für Veränderungsprozesse zu
erhöhen und alle mitzunehmen,
dass auch über diese Nachteile gesprochen würde und wie diese
abgemildert werden, beeinflusst werden können. Herr Wormser
geht daraufhin auf ein individuelles Problem ein, nämlich die
erforderliche Veränderungsbereitschaft
seitens der Mitarbeiter und meint, dass
Qualifizierungsnotwendigkeiten sowie zusätzlicher Aufwand
entstehen werden, die von manchen Mitarbeitern möglicherweise
nicht begrüßt werden. Herr Schroer verweist darauf, dass
er
lieber von Gefahren sprechen würde und deswegen wäre es ihm
sehr wichtig, wenn sich alle an den Umorganisationsprozessen
beteiligen. Am ehesten könne man im Prozess solche Gefahren
bemerken und dann Vorgänge fachlich
begleiten oder ggf. stoppen und Lösungsvorschläge
erarbeiten.
Herr Lenz weist darauf hin, dass eine Umbenennung von Schools
in Bereiche erfolgt sei. Das nimmt das Publikum mit Beifall zur
Kenntnis.
Frau Hieckmann setzt voraus, dass alle im Raum über das
Zukunftskonzept informiert sind, dass sie wissen, in welcher
Phase der dort vorgestellten konzeptionellen Umstrukturierung
wir uns befinden. In der Versammlung gibt es
aus dem Publikum dazu auch keine gegenteiligen
Äußerungen.
Reflexionen und Überlegungen nach der Personalversammlung
Bereits am nächsten Tag gab es ganz anders lautende
ausführliche Rückmeldungen an den Personalrat. Diese spiegeln
wider, dass zwar der Personalrat mit dem gewählten Thema die
Fragen der Beschäftigten auf wichtige Punkte gelenkt hat,
jedoch gleichzeitig ein großes Problem besteht. Hier sollen
Zitate angeführt werden, die das eindrucksvoll belegen:
Wir hören viele Dinge zum ersten Mal und verstehen teilweise
nicht, wovon im Podium die Rede ist. Das Zukunftskonzept kennen
wir nicht, wir wissen nichts von drei Phasen der
Umstrukturierung in Bereiche.
Wir müssen leider wieder feststellen, dass unsere
Universitätsleitung jegliche Verbindlichkeit und im Hinblick
auf die Personalentwicklung auch Verantwortung vermissen lässt!
Wir sind mitten in einer entscheidenden Umstrukturierung
der Universität und keiner im „Fußvolk“ (als solche muss man
sich angesichts der Informationspolitik empfinden) hat eine
konkrete Vorstellung, was am Ende des Prozesses stehen wird
bzw. stehen soll.
Zwei Sätze, die von nicht wenigen Beschäftigten nach der
Versammlung zu hören waren, müssen an dieser Stelle wörtlich
zitiert werden. „Man ergötzt sich an Prestigeprojekten,
kommuniziert nach außen – wir sind gut, bei uns
ist alles toll – doch im Innersten ist die Situation bis zur
Explosion gespannt! Wie lange soll dieser Zustand noch
anhalten?“
Abbau des Kommunikationsdefizites
Den Personalrat veranlassen diese Sorgen dazu, das
Podiumsgespräch als ganz kleinen Beitrag zum Abbau des
Kommunikationsdefizits zu sehen. Es müssen aber weitere
Diskussionsrunden folgen, mit der Universitätsleitung und
in
den gewählten Gremien! Vor Ort, also dort wo die
Umstrukturierungen stattfinden, in den Fakultäten, die sehr
bald einen Bereich bilden sollen, in den zentralen
Einrichtungen, zwischen der zentralen und den dann anders
organisierten
dezentralen Verwaltungen muss die Kommunikation
stattfinden!
Nur so ist die Frage im Thema der Personalversammlung und
weitere zu beantworten: „Wo ist zukünftig mein Platz?“ Warum
bin ich dort richtig eingesetzt? Bin ich darauf vorbereitet mit
meiner Qualifikation?
Was soll erreicht werden?
Die Sätze im Leitbild der TUD müssen mit Leben erfüllt werden!
„Die Mitglieder der Technischen Universität Dresden pflegen ein
vertrauensvolles Miteinander beim Lehren, Lernen und Forschen.
In dieser Atmosphäre können sich
unterschiedliche Biographien und Lebensentwürfe voll entfalten.
Eine stabile Vielfalt in Forschung und Lehre bildet die
Grundlage für eine erfolgreiche Profilierung der Technischen
Universität Dresden. Im Rahmen ihrer Kernkompetenzen
fördert
und entwickelt sie ihre Exzellenzfelder. Exzellenz entsteht aus
der Einheit von hervorragender Forschung und begeisternder
Lehre. Sie gründet in allen Bereichen der Universität auf
Fachkompetenz, aber auch auf Initiativgeist, schöpferische
Neugier,
Leistungsbereitschaft, Kommunikation und Kritikfähigkeit. Alle
Mitglieder befinden sich in einem Prozess des lernenden
Forschens und des forschenden Lernens. Die Technische
Universität Dresden strebt nach größtmöglicher Effizienz und
Transparenz
in ihren Entscheidungs- und Verwaltungsvorgängen.“
Die für den Sommer angekündigte Podiumsdiskussion des
Personalrats soll dazu einen Beitrag leisten.
Bitte teilen Sie uns Ihre Meinungen und Fragen nach dem
Podiumsgespräch mit!
Dr. Christina Janz
Personalratsvorsitzende