Startseite der Technischen Universität Dresden

Persönliche Werkzeuge
Startseite » ... » 2012 » September » Peruanisches Hochland leidet unter Klimawandel – dort wird es kälter
Sektionen

Peruanisches Hochland leidet unter Klimawandel – dort wird es kälter

Im Oktober 2012 wird Andrea Vásquez als Humboldt-Stipendiatin an die TU Dresden kommen. Am Institut für Bauklimatik der Fakultät Architektur wird sich die 36-jährige peruanische Mechatronik-Ingenieurin zunächst ein Jahr lang damit befassen, wie Passivhaus-Technologie in Häusern der kalten Hochlandregionen Perus eingesetzt werden kann.

Viele Regionen der Erde erwärmen sich durch den Klimawandel. In Peru ist es genau andersherum: in den Anden treten immer häufiger kalte Winde und Frost auf. In bewohnten Höhenlagen unterhalb 3500 m kommt es jetzt zunehmend zu Temperaturen bis -20 Grad und die kalte Jahreszeit verlängert sich. Für Bevölkerung, Landwirtschaft und Umwelt hat das dramatische Folgen. Die traditionellen Häuser genügen nicht mehr den thermischen Mindestanforderungen. Oft kühlt sich die Raumluft bis unter 2 Grad ab. Die Bevölkerung verbraucht mehr natürliche Brennstoffe - Abholzen gefährdet den Baumbestand - oder wandert in die großen Städte aus. Das traditionelle Vieh, Alpaka und Lama, leidet infolge der Kälte unter Fehlgeburten.
Am Zentrum für Erneuerbare Energie und Energieeffizienz der Staatlichen Universität für Ingenieurwissenschaften Lima (CER-UNI) erforschen Wissenschaftler, wie die Lebensbedingungen der Bewohner im Hochland nachhaltig verbessert werden können. Ziel ist, die ländlichen Häuser thermisch behaglich umzugestalten. Diesem Vorhaben widmet sich Andrea Vásquez auch mit ihrem Aufenthalt an der TU Dresden. „Wir verfügen am Institut für Bauklimatik über das entsprechende Know-how und erstklassige technische Ausrüstung für die thermische Gebäudeoptimierung“, sagt der betreuende Hochschullehrer John Grunwald, Professor für Bauphysik. Zunächst wird untersucht, wie passive Solartechnik durch Dachfenster oder in Gewächshäusern die starke Sonneneinstrahlung nutzen kann. Auch wärmedämmende Materialien aus heimischer Produktion, wie Adobe-(Lehm-) Ziegel, Stroh, Schafwolle und Holzfaserprodukte sollen verstärkt für Wand-, Boden- und Dachkonstruktionen verwendet werden. Ob und wie diese Lösungen in verschiedenen Varianten funktionieren, wird an der TUD anhand datenbankgestützter Simulationsmodelle überprüft und in Kooperation mit der CER-UNI in Testhäusern vor Ort gemessen. Zum Projekt zählt ebenso, die ländliche Bevölkerung und die Behörden in der Testregion Ayacucho zu sensibilisieren sowie die örtlichen Handwerker zu schulen. Das peruanische Bauministerium hat bereits sein Interesse an den Projektergebnissen signalisiert.
 
Informationen für Journalisten:
Prof. John Grunewald,
TU Dresden, Institut für Bauklimatik,
Tel.: 0351 463-35259
john.grunewald@tu-dresden.de   


Stand: 28.09.2012 12:09
Autor: Pressestelle (Zuständig für die Presseinformationen) abgelaufen

Kontakt
Pressestelle
Kim-Astrid Magister
Tel.: +49 351 463-32398
Fax: +49 351 463-37165
email iconpressestelle@
tu-dresden.de


Sitz:
Nöthnitzer Straße 43,
Zi. 6


Post:
TU Dresden
Pressestelle
01062 Dresden

Pakete:
TU Dresden
Pressestelle
Helmholtzstraße 10
01069 Dresden