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Regionalsprache – Nationalsprache – Sprachnation

Wie schmeckt der Kaukasus? Was ist ein Sprach-Gehirn? Und wie steht es denn aktuell um die slawische Minderheit in Sachsen – die Sorben? Ein breites Themenspektrum bietet der inzwischen 11. Deutsche Slavistentag, der vom 3. bis 6. Oktober erstmals in Dresden und Bautzen stattfindet.

Der thematische Schwerpunkt „Region, Sprache und Nation“ nimmt die Lage Dresdens und Bautzens im Dreiländereck und Bautzens im obersorbischen Sprachgebiet auf. Das Wissen über die slawischen Kulturen in ihren regionalen und nationalen Kontexten ist ein wichtiger Faktor für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der deutsch-slawischen Euroregion und nicht weniger für den kulturellen und wirtschaftlichen Austausch mit Russland und anderen slawischen Ländern innerhalb und außerhalb der Europäischen Union. Das Thema ist darüber hinaus grundsätzlich motiviert. In den slawischen Ländern haben die Nationalsprachen für das kulturelle und politische Selbstverständnis eine kaum zu überschätzende Bedeutung. Dass aber die Verbindung von nationalem Selbstbewusstsein und sprachlicher Identität heikel ist, kann nicht verschwiegen werden. Der Einheit, die sie nach innen stiften soll, steht negativ die Abgrenzung nach außen gegenüber. Sprachen können ideologisiert und sogar zum Vorwand kriegerischer Auseinandersetzungen werden. Im positiven Sinne gehören Sprachen und Sprachenvielfalt jedoch zur kulturellen Eigenheit großer und kleiner Kulturräume. In der Slavistik, besonders an zwei Standorten in der Umgebung von slawischen Sprachen, ist das dreifache Spannungsfeld von regionaler kultureller Identität und Sprache und nationalem Selbstverständnis im Verhältnis zu regionalen Besonderheiten ein zentraler Gegenstand der Forschung wie der Vermittlung von Sprach- und Kulturwissen über die Slavia. Das gilt für die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften ebenso wie für die Sprachdidaktik.

Als Festredner konnte der renommierte St. Petersburger Germanist und Träger des Bundesverdienstkreuzes Konstantin Azadovskij gewonnen werden. Er wird zur Eröffnungsveranstaltung im Kulturrathaus der Landeshauptstadt Dresden zum Thema „Nation und Nationalität im Deutschen und Russischen“ sprechen. Weitere Vortragende sind tags darauf u.a. der Prager Philosoph Jan Sokol, der Gießener Osteuropahistoriker Peter Haslinger und der Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt. Insbesondere zu diesen Programmpunkten laden die Veranstalter herzlich ein.

Im Auftrag des Deutschen Slavistenverbandes, der seit den 1960er Jahren bestehenden Fachvereinigung deutscher Wissenschaftler, die sich mit slawischer Philologie befassen, richten das Institut für Slavistik an der TU Dresden sowie das Sorbische Institut Bautzen die Konferenz aus. Mit über zweihundert Teilnehmern ist der in dreijährigem Turnus veranstaltete Deutsche Slavistentag die größte „Heerschau“ der deutschen Slawistik, eines mit bundesweit etwa 100 Professuren eher kleinen Faches mit freilich umfangreicher Zuständigkeit für zirka ein Dutzend slawischer Sprachen,
Literaturen und Kulturen. Das Dresdner Institut befasst sich vorwiegend mit dem Russischen, Polnischen, Tschechischen und Sorbischen; das Bautzner Institut erforscht sorbische Kultur in allen Facetten sowie auch in vergleichender Perspektive.

Zu weiteren Informationen zum Programm siehe:
http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/fakultaet_sprach_literatur_und_kulturwissenschaften/slavistik/slavistentag/startseite

Informationen für Journalisten:
Prof. Dr. Christian Prunitsch,
Tel.: 0351 463-32771,
christian.prunitsch@tu-dresden.de


Stand: 28.09.2012 13:25
Autor: Pressestelle (Zuständig für die Presseinformationen) abgelaufen

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