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Verkehrsfakultät der TU Dresden forscht gemeinsam mit Siemens an der Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs auf der Straße

Foto: Siemens AG
Foto: Siemens AG

Elektrisch oder hybrid fahrende Pkw sind nichts Neues. Doch welche Rolle spielt der umweltfreundliche Antrieb bei schweren Nutzkraftwagen? Die TU Dresden und die Siemens AG arbeiten seit Mai 2012 gemeinsam an einem Projekt, das untersucht, ob sich der schwere Lkw-Verkehr auf Fernstraßen elektrifizieren lässt. Auftraggeber des Großforschungsvorhabens mit dem Namen „ENUBA – Elektromobilität bei schweren Nutzfahrzeugen zur Umweltentlastung von Ballungsräumen“ ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Es handelt sich dabei um ein Projektvolumen von zirka 15 Millionen Euro in der aktuellen Phase 2.

Der Straßenverkehr wird sich aufgrund seiner Abhängigkeit vom Erdöl und der Emissions- und Ressourcenproblematik stark verändern. Die Elektromobilität kann hier zumindest in Teilbereichen zur Verbesserung beitragen. Während für die individuelle Mobilität und die innerstädtische Logistik Hybridantriebe mit elektrischen Energiespeichern favorisiert werden, fehlt für hohe Leistungen und große Reichweiten auf der Straße bisher jegliche technische Lösung. Diese existiert aber seit mehr als 100 Jahren bei der Eisenbahn. Durch die Elektrifizierung von Fernstraßen unter Nutzung klassischer Oberleitungssysteme und leistungsfähiger Vollhybridantriebe in den Fahrzeugen könnte auch der schwere Straßenverkehr in die Lage versetzt werden, längere Strecken ohne Kraftstoffverbrauch, emissionsfrei und lärmreduziert zu fahren. Grundidee des Vorhabens ist, die elektrische Energieversorgung nur auf langen und/oder steigungsreichen Strecken zu errichten, während in Kreuzungsbereichen sowie für die „letzte Meile“ ein klassischer Verbrennungsmotor mit Generator und ggf. Speicher die elektrische Antriebsleistung liefert.

Das Forschungsvorhaben ENUBA 2 mit einer Laufzeit bis Mitte 2014 baut auf einem Vorgängervorhaben auf, mit dem bereits die technische Machbarkeit anhand einer Versuchsanlage bei Templin demonstriert wurde. Nunmehr soll das Konzept sowohl technisch weiterentwickelt als auch ökonomisch-ökologisch, sicherheitstechnisch sowie planerisch bewertet werden. Hier kommt die TU Dresden mit ihrer interdisziplinär aufgestellten Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ zum Zuge. Die technischen Aufgaben reichen von der Untersuchung des Kontakt- und Verschleißverhaltens der vollautomatischen Stromabnehmer mit der Oberleitung über Schutz- und Sicherheitsfragen, Lärmemissionen, psychologische Wirkungen, Errichtungs- und Instandhaltungsthemen bis hin zur planerisch-rechtlichen Machbarkeit der Integration von Elektroenergieanlagen in den Straßenraum. Unter Einbeziehung all dieser Aspekte soll schließlich eine Aussage zur wirtschaftlichen Elektrifizierungswürdigkeit von Fernstraßen und der Ökobilanz des Gesamtsystems erarbeitet werden.

Seitens der TU Dresden sind die verkehrswissenschaftlichen Professuren für Elektrische Bahnen (Federführung), Gestaltung von Straßenverkehrsanlagen, Verkehrspsychologie, Verkehrsökologie sowie Verkehrsleitsysteme und -prozessautomatisierung an ENUBA 2 beteiligt.

Die Zusammenarbeit der Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“ der TU Dresden mit der Siemens AG, Sector Infrastructure and Cities, Division Mobility and Logistics, in diesem Projekt ist auch ein Ergebnis der langjährigen erfolgreichen Kooperationsbeziehungen beider Partner. Bereits seit dem Jahr 2004 gibt es eine Rahmenvereinbarung der damaligen Siemens Transportation in Erlangen mit der Professur für Elektrische Bahnen der TU Dresden. Im Jahr 2006 wurde darüber hinaus ein Rahmenvertrag zwischen der Siemens AG München und der TU Dresden unterzeichnet.

Informationen für Journalisten:
Prof. Arnd Stephan, TU Dresden, Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedrich List“, Professur für Elektrische Bahnen
Tel.: +49 (0) 351 463-36730,
EBahnen@mailbox.tu-dresden.de
www.e-vs.de 


Stand: 24.07.2012 10:17
Autor: Pressestelle (Zuständig für die Presseinformationen) abgelaufen

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