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Internationale Männlichkeitsforschung in all ihren Facetten

Stefan Horlacher: Masculinities (2006, Coverausschnitt)
Stefan Horlacher: Masculinities (2006, Coverausschnitt)

Ziel der vom 13. bis 15. Juni 2012 stattfindenden internationalen Fachkonferenz „Bodies – Systems – Structures: Masculinities in the UK and the US, 1945 to the Present“ ist es, in der vergleichenden Kultur- und Literaturwissenschaft neue Impulse zur Thematik Männlichkeitsforschung zu setzen und die oftmals rigiden Grenzen nationaler Forschungskulturen und Fachdisziplinen zu überwinden. Sie wird von Prof. Stefan Horlacher (TU Dresden) und Prof. Kevin Floyd (Kent State University) organisiert.

„Angesichts des andauernden Krisendiskurses über Männlichkeit besteht die zwingende Notwendigkeit, die gesellschaftlichen Mechanismen, die bei der Konstruktion von männlicher Identität wie auch Männlichkeitsbildern am Werk sind, kritisch in den Blick zu nehmen“, sagt Prof. Stefan Horlacher, von der TUD-Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften. „Nicht ohne Grund wird Männlichkeit im Zusammenhang mit gewalttätigen Zwischenfällen an Schulen sowie in der Bildungsdebatte immer wieder zum Problemfall ausgerufen, stehen archaische bzw. überholte Männerbilder zwar auf dem Prüfstand, erweisen sich jedoch als erstaunlich hartnäckig.“ Auch zeigen aktuelle Statistiken der Weltgesundheitsorganisation eine deutlich höhere Anfälligkeit von Männern für Alkoholismus, Persönlichkeitsstörungen und Suizid.

Indem internationale Experten aus den USA, Kanada, England und Deutschland sich Konzeptionen von Männlichkeit in Großbritannien und den USA zwischen 1945 und 2012 widmen, treten übergreifende, systemrelevante Probleme in den Vordergrund, wie etwa die Frage nach der Beziehung zwischen abstrakt-konzeptionellen, künstlerisch-metaphorischen und konkret-körperlichen Manifestationen von Männlichkeit. Wie verhält sich Männlichkeit zu Körperlichkeit, und wie ist Männlichkeit auf nationaler und transnationaler Ebene von verschleierten Machtmechanismen und Fragen der Globalisierung und geprägt? Und welche Auswirkungen haben Entwicklungen wie Postkolonialismus und Migration auf die Ausdifferenzierung von Männlichkeit(en)?

Die Tagung wird sowohl theoretische Fragen der „Masculinity Studies“ wie auch tagespolitische Probleme und mediale Diskussionen aus den USA und Großbritannien aufgreifen. Als Sprecher werden führende Experten der internationalen Männlichkeitsforschung in Dresden erwartet: So wird beispielsweise Michael Kimmel (Stony Brook), der nicht nur zu den Gründervätern des Fachs zählt, sondern mit „Manhood in America“ (1996) und „Guyland“ (2009) Standardwerke und Sachbuch-Bestseller geschaffen hat, als Hauptredner sprechen und dabei die Geschlechterrhetorik des Rechtsextremismus untersuchen. Walter Erhart (Bielefeld) wird anhand des Western „True Grit“ die Rolle von Gewalt für das männliche Selbstverständnis analysieren, und Björn Krondorfer (Maryland) wird sich dem Verhältnis zwischen Religion und Homosexualität widmen. Weitere Schwerpunkte der insgesamt 25 Vorträge bilden Themen wie soldatische Männlichkeit, internationales Söldnertum, Rassismus, Sporttraditionen in England und Irland, sowie zeitgenössische britische und amerikanische TV-Serien und Filme.

Die Tagung bildet den Abschluss eines seit 2009 laufenden transatlantischen Kooperationsprojekts zwischen der TU Dresden und der Kent State University (Ohio), das durch Unterstützung der Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht wurde.

Der Besuch der Konferenz, die im Vortragssaal der SLUB Dresden (Zellescher Weg 18) stattfinden wird, ist kostenfrei und steht allen interessierten Besuchern offen. Um formlose Anmeldung wird gebeten. Konferenzsprache ist Englisch.

Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung unter http://tu-dresden.de/slk/bodies-systems-structures.

Informationen für Journalisten:
Prof. Stefan Horlacher, TU Dresden, Professur für Englische Literaturwissenschaft,
Tel. 0351 463-33848, Fax: -35135,stefan.horlacher@mailbox.tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister, Pressesprecherin der TU Dresden,
Tel. 0351 463-32398, Fax: -37165, pressestelle@tu-dresden.de


Stand: 11.06.2012 12:59
Autor: Pressestelle (Zuständig für die Presseinformationen) abgelaufen

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