Startseite der Technischen Universität Dresden

Persönliche Werkzeuge
Startseite » ... » 2012 » April » Mehr Umverteilung, mehr regionale Ungleichheit
Sektionen

Mehr Umverteilung, mehr regionale Ungleichheit

Dr. Christian Leßmann
Dr. Christian Leßmann

Transferzahlungen an unterentwickelte Regionen in einem Land erhöhen langfristig die regionale Ungleichheit. Diese provokante These hat jetzt ein Wissenschaftler der TU Dresden erstmals empirisch belegt. „Transferzahlungen zum Beispiel im Rahmen des Länderfinanzausgleichs können genau das Gegenteil von dem eigentlich erwünschten Effekt bewirken“, sagt Dr. Christian Leßmann von der Professur für Finanzwissenschaft der TU Dresden.

Für seine umfassende Analyse von 17 OECD-Ländern wird Christian Leßmann mit dem Wolfgang-Ritter-Preis 2012 der gleichnamigen Stiftung in Bremen ausgezeichnet. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr zwischen Dr. Christian Leßmann und Dr. Christian Schultz (Universität Potsdam) geteilt. Der Wolfgang-Ritter-Preis ist einer der höchstdotierten Preise für Nachwuchsforscher in den Wirtschaftswissenschaften.

Transferzahlungen erhöhen paradoxerweise die Ungleichheit zwischen den Regionen, weil die Finanzhilfen den natürlichen Konvergenzprozess zwischen Regionen verhindern. „Die entscheidende Frage ist, wie regieren die Menschen in den Regionen, die vom Staat finanzielle Hilfen bekommen“, sagt Christian Leßmann. Ohne Transfers würden Wanderungsbewegungen zwischen den Regionen die Unterschiede nivellieren. Mit den Zahlungen an arme Regionen werden diese natürlichen Anpassungsprozesse jedoch gehemmt, so dass die Ungleichheit bestehen bleibt oder gar zunimmt. Daher plädiert Christian Leßmann dafür, auf solche Transferzahlungen weitgehend zu verzichten, zugleich den Regionen jedoch mehr Steuerautonomie zu gewähren. „Dies wird die Ungleichheit langfristig reduzieren, hat aber eben auch zur Folge, dass die Bevölkerungsdichte in unterentwickelten Regionen abnimmt.“

Das Zusammenspiel von wirtschaftlicher Entwicklung und regionaler Ungleichheit in einem Land  ist das Spezialgebiet von Christian Leßmann. Seit 2007 arbeitet der 34-Jährige an der TU Dresden. Seine Ergebnisse zu regionalen Unterschieden in den OECD-Ländern sind Teil seiner Dissertation „Föderalismus, regionale Ungleichheiten und Entwicklung“, die im Jahr 2011 erschienen ist und bereits mit dem Georg Helm Preis 2011 und dem Dr. Feldbausch Preis 2011 der TU Dresden ausgezeichnet wurde.

Der Wolfgang-Ritter-Preis wird am 18. April 2012 im Bremer Rathaus verliehen. 

Informationen für Journalisten:
Dr. Christian Leßmann
Professur für Finanzwissenschaft der TU Dresden
Tel.: 0351 463-32895
christian.lessmann@tu-dresden.de


Stand: 18.04.2012 15:31
Autor: Pressestelle (Zuständig für die Presseinformationen) abgelaufen

Kontakt
Pressestelle
Kim-Astrid Magister
Tel.: +49 351 463-32398
Fax: +49 351 463-37165
email iconpressestelle@
tu-dresden.de


Sitz:
Nöthnitzer Straße 43,
Zi. 6


Post:
TU Dresden
Pressestelle
01062 Dresden

Pakete:
TU Dresden
Pressestelle
Helmholtzstraße 10
01069 Dresden