Startseite der Technischen Universität Dresden

Persönliche Werkzeuge
Startseite » ... » 2012 » November » Chancen und Grenzen der Biokunststoffe
Sektionen

Chancen und Grenzen der Biokunststoffe

Vor dem Hintergrund knapper werdender fossiler Rohstoffreserven bzw. sinkender Mengen Erdöls als Rohstoffbasis für konventionelle Kunststoffe, machen sich Forschung und Industrie seit längerem Gedanken über alternative Lösungen. Dabei rücken Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen und biologisch abbaubare Kunststoffe immer stärker in den Fokus. Diesen Biokunststoffen wird ein Höhenflug vorausgesagt, die Euphorie reicht von "nachhaltig" und "Ablösung der Werkstoffe auf fossiler Basis" über "vollständig abbaubar" bis "unbegrenzt recyclingfähig".

An biobasierten Werkstoffen wird zukünftig kein Weg vorbeiführen. Ihre Herstellung wird mittelfristig auch ökonomisch konkurrenzfähig werden. Im Verpackungsbereich soll ihr Anteil nach Auffassung von Experten bis zu 70 Prozent erreichen. Bekannt ist aber auch, dass Biokunststoffe in der gegenwärtigen Phase der Koexistenz mit den etablierten Stoffen, Produkten und Systemen hinsichtlich Verwertung (Kompostierung und Vergärung) oder Recycling durchaus ernste Probleme verursachen können.

Am Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten (IAA) der TU Dresden beschäftigt man sich intensiv mit Verwertungswegen für Abfallströme aller Art. Seit zirka zwei Jahren gehört dazu auch, die biologische Verwertung biologisch abbaubarer Kunststoffe, vor allem in Vergärungsanlagen, zu erforschen. Das Problem: Biologische Kunststoffe lassen sich derzeit lediglich kompostieren und nicht vergären.
 
Die in letzter Zeit öffentlich geführten Diskussionen zu den Vorteilen von Biokunststoffen (z.B. REWE- und ALDI-Einkaufstüten oder DANONE-Activia-Becher) verdeutlichen, dass zukunftsfähige Lösungen zum Recycling von Biokunststoffen vonnöten sind. Denn die Kennzeichnungen „Bio“ oder „biologisch abbaubar“ enden bei der Frage der Entsorgung. Sie führen eher dazu, dass Verpackungsabfälle vermehrt im Bioabfall landen, obwohl der Gesetzgeber hierbei nur einen „unvermeidbaren Rest“ zulässt. Verpackungsabfälle sind grundsätzlich über die Gelbe Tonne zu entsorgen, unabhängig von der biologischen Abbaubarkeit.

Kritisch wird es, wenn Kunststoffe aus biogenem und fossilem Ursprung gemeinsam in Abfallströmen erfasst und recycelt werden sollen. Unterschiedliche chemische Eigenschaften von Biokunststoffen und fossilen Kunststoffen gefährden die hohe Qualität des Kunststoffrecyclings und der Recyclingprodukte. So können bereits geringe Mengen von Produkten aus Polyactiden (PLA) die Verwertung von PET-Flaschen ernsthaft beeinträchtigen.
Die Dresdner Tagung „Biokunststoffe in Verwertung und Recycling“ will sowohl dazu beitragen, das Recycling der „etablierten“ Kunststoffe weiterhin in hoher Qualität zu gewährleisten, als auch dabei helfen, neue Möglichkeiten für das Recycling von Biokunststoffen aufzuzeigen.

In ausgewählten Vorträgen sollen Lösungswege für diese Problematiken vorgestellt werden, z.B. wie die gesamte Kette von der Synthese und Herstellung über die Verarbeitung und Anwendung bis zur Entsorgung technisch, ökologisch und ökonomisch vorteilhaft gestaltet werden kann und welche gesetzgeberischen Maßnahmen (Verpackungsverordnung, Wertstoffgesetz) dafür erforderlich sind.

Die Erfahrungen aus vorangegangenen Tagungen des IAA zeigen, dass sich durch die Auswahl interessanter Referenten erfolgversprechende Diskussionen erwarten lassen. Die Tagung soll hierbei auch den Grundstein dafür legen, dass sowohl auf wissenschaftlicher, als auch auf industrieller Ebene nicht nur neuartige Biokunststoffe entwickelt werden, sondern dass frühzeitig auch die Optimierung des Recyclings zukünftiger Abfallströme eine Rolle spielt.
Tagungsort ist das Haus der Kongresse für Umwelt – Bau – Verkehr Dresden e.V. in den Räumen der SBG Dresden mbH, Gutenbergstraße 6, 01307 Dresden.

Weitere Informationen zur Tagung, dem Programm und zur Anmeldung sind auf der Tagungshomepage unter www.faa-tagungen-dresden.de zu finden.

Informationen für Journalisten:
Veit Grundmann, Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten
Tel.: +49 (3501) 5300-41, Fax: -22
Veit.Grundmann@tu-dresden.de
www.tu-dresden.de/fghhiaa


Stand: 20.11.2012 08:21
Autor: Pressestelle (Zuständig für die Presseinformationen) abgelaufen

Kontakt
Pressestelle
Kim-Astrid Magister
Tel.: +49 351 463-32398
Fax: +49 351 463-37165
email iconpressestelle@
tu-dresden.de


Sitz:
Nöthnitzer Straße 43,
Zi. 6


Post:
TU Dresden
Pressestelle
01062 Dresden

Pakete:
TU Dresden
Pressestelle
Helmholtzstraße 10
01069 Dresden