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Medizin aus dem Reagenzglas

Seit Mai 2011 forscht der Humboldt-Stipendiat Dr. Rafik Rajjak Shaikh aus Nanded, Indien, an der TU Dresden in der Arbeitsgruppe „Organische Chemie“ von Professor Hans-Joachim Knölker. Während seines zweijährigen Forschungsaufenthaltes in Deutschland wird er versuchen, eine Methode zu entwickeln, mit der man bestimmte Naturstoffe herstellen kann, die in asiatischen Medizinalpflanzen vorkommen.

Dr. Rafik Shaikh möchte an der TU Dresden sogenannte Carbazol-Alkaloide herstellen. Das sind Verbindungen, die in den letzten Jahren viel Aufsehen erregten, denn es handelt sich um pharmakologisch aktive Naturstoffe. So entdeckten Wissenschaftler im Sud der thailändischen Medizinalpflanze „Clausena excavata Burm. f.“ eine Reihe von Carbazol-Alkaloiden, die gegen das HI-Virus aktiv sind. Andere Carbazol-Alkaloide hemmen zum Beispiel den Erreger der Tuberkuose. Bisher ist die Synthese dieser Moleküle in vielen Fällen noch gar nicht gelungen. Dr. Shaikh wird in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Professor Knölker einen Syntheseweg entwickeln, bei der die Organometallchemie zum Einsatz kommen soll. Dabei soll mit Hilfe von Metallen, wie z. B. Eisen oder Palladium, das Carbazol aufgebaut werden.
Anschließend sollen aus zwei Molekülhälften, den Monomeren, sogenannte dimere Carbazol-Alkaloide synthetisiert werden. Dieser geplante Syntheseweg ist Neuland für die Dresdner Wissenschaftler: „Wir versprechen uns sehr viel von der neuen Methode, da man so diese pharmakologisch interessanten Carbazol-Akaloide effizient herstellen könnte“, kommentiert Prof. Knölker das Forschungsprojekt.

Dr. Shaikh wurde 1984 in Indien geboren, studierte an der Nanded Universität Chemie und schloss sein Studium mit einemMaster in Organischer Chemie ab. Seine Doktorarbeit schrieb er in Italien an der Universität von Camerino, wo er innerhalb kurzer Zeit viele bemerkenswerte Forschungsergebnisse erzielen konnte, die er in international anerkannten Fachzeitschriften publizieren konnte. Während seiner Doktorarbeit in Italien absolvierte er zwei weitere Forschungsaufenthalte an der Universität in Bologna, Italien, und an der Universität Göttingen.

Zum Humboldt-Forschungsstipendium für Postdoktoranden

Mit den Humboldt-Forschungsstipendien für Postdoktoranden ermöglicht die Alexander von Humboldt-Stiftung überdurchschnittlich qualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland, die am Anfang ihrer wissenschaftlichen Laufbahn stehen, langfristige Forschungsaufenthalte (6 - 24 Monate) bei einem wissenschaftlichen Gastgeber in Deutschland. Bewerben können sich Wissenschaftler aller Fachgebiete und aus allen Ländern.

Die Humboldt-Stiftung vergibt ca. 600 Humboldt-Forschungsstipendien für Postdoktoranden und auch erfahrene Wissenschaftler. Jährlich ermöglicht sie über 2000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in
Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 25 000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 130 Ländern - unter ihnen 44 Nobelpreisträger.

Informationen für Journalisten:

Prof. Hans-Joachim Knölker
Technische Universität Dresden 
Organische Chemie II
01062 Dresden
Tel.: +49 (351) 463-34659
Fax: +49 (351) 463-37030
hans-joachim.knoelker@tu-dresden.de
http://www.chm.tu-dresden.de/oc2 

Claudia Vojta
1. Juni 2011


Stand: 01.06.2011 14:26
Autor: Karsten Eckold abgelaufen

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