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Magersucht früh erkennen und verhindern

Magersucht (Anorexia nervosa) zählt zu den gefährlichsten psychischen Erkrankungen. „Das ist vor allem wegen der Folgen so“, sagt Corinna Jacobi, Professorin am Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden und Leiterin des dortigen Essstörungsschwerpunkts. So sind zwar nur ein Prozent aller 11- bis 17-Jährigen an einer Magersucht erkrankt. Die Gefahr, dass die Patienten daran sterben, ist aber sehr groß. Sorge bereitet den Experten nicht nur die steigende Anzahl an gefährdeten jungen Mädchen, die ihr Körperempfinden an TV-Sendungen und Magazinen orientieren. „Vor allem die Eltern nehmen die Gefahr oft nicht oder zu spät wahr“, sagt Corinna Jacobi.

Das zeigt das aktuelle Forschungsprojekt der TU-Psychologin. In einer sachsenweiten Studie soll ein Programm zur Früherkennung und Vorbeugung von Essstörungen entwickelt werden. Grundlage ist ein Fragebogen, der derzeit an Schulen in Dresden und dem Umland verteilt wird. Darin setzen sich Eltern und ihre Kinder mit ersten Anzeichen der Erkrankung auseinander und berichten unabhängig voneinander von ihren Beobachtungen. Vor allem wenn junge Mädchen plötzlich abnehmen, ständig auf ihre Figur bedacht sind oder sich vermehrt mit Diäten beschäftigen, besteht das Risiko, dass sie an einer Magersucht erkranken. In diesem Stadium können Eltern jedoch eingreifen und ihren Töchtern helfen. Unterstützung durch Informationen und konkrete, individuelle Anregungen erhalten sie in dem von den Diplom-Psychologinnen in Kooperation mit der Universität Stanford entwickelten internet-gestützten Programm. „Viele Eltern melden sich erst bei uns, wenn die Krankheit schon ausgebrochen ist und die Kinder in einer Klinik sind“, sagt TU-Psychologin Ulrike Völker. Dann sei die Behandlung jedoch sehr langwierig und habe oft nicht den gewünschten Erfolg.

In den nächsten zwei Jahren soll das neu entwickelte Programm zur Früherkennung und Prävention an einer großen Stichprobe sachsenweit systematisch überprüft werden. Dafür fehlen den Diplom-Psychologen noch immer Teilnehmer für die Studie. „Die Hemmschwelle der Eltern ist groß, wenn es darum geht, sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen“, sagt Ulrike Völker.

Informationen für Journalisten:
Dipl.-Psych. Ulrike Völker,
Götz-Stiftungsprofessur "Grundlagen und Interventionen bei Essstörungen und assoziierten Störungen",
Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden,
Tel.: +49 351 463-39619,
voelker@psychologie.tu-dresden.de
www.essstoerungen.tu-dresden.de


Stand: 04.01.2011 13:02
Autor: Karsten Eckold abgelaufen

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