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Wie fremdenfreundlich ist Dresden?

Nach dem Mord an Marwa El-Sherbini im vergangenen Jahr war die generelle Aufgeschlossenheit der Dresdner gegenüber Fremden in der Stadt, insbesondere gegenüber Ausländern ein viel diskutiertes Thema. Das Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden hat unter der Leitung von Professor Wolfgang Donsbach mehrere repräsentative Studien dazu durchgeführt. Befragt wurden ausländische Bürger und TUD-Studenten zu ihren Erfahrungen in der Stadt und Dresdner Bürger und TUD-Studenten zu ihren Einstellungen gegenüber Ausländern.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass ein angstfreies Leben als ausländischer Mitbürger in Dresden noch nicht immer möglich ist und die Angst, selbst Opfer von Übergriffen zu werden, nach dem Mord deutlich gestiegen ist. Fast jeder fünfte ausländische Mitbürger hat schon einmal eine Ablehnung seiner Person aufgrund von Aussehen, Herkunft oder Sprache erfahren. Unter den Studenten ist die Angst umso größer, je eher sie aufgrund ihres Aussehens als Nicht-Deutsche erkennbar sind. Jeder dritte deutsche TU-Student hat schon selbst einmal erlebt, wie jemand aufgrund seines Aussehens oder seiner Sprache angegriffen worden ist.

Wenn sie die Wahl hätten, würden sich 44 Prozent der Dresdner Bürger für eine Gesellschaft entscheiden, "in der Menschen der gleichen kulturellen Herkunft leben, die sich sehr ähnlich sind". Allerdings sind die Befürworter eines eher multikulturellen Dresden, in dem "Menschen aus vielen verschiedenen Kulturkreisen leben" in der Mehrheit, insbesondere unter den Studenten.

Dresden ist dennoch ein Beispiel dafür, dass Vorbehalte gegenüber Fremden dort am größten sind, wo wenige leben – aus dem einfachen Grund, dass sie dort mehr auffallen. So überschätzen die Dresdner den Anteil der Ausländer an der Bevölkerung ihrer Stadt auf fast groteske Weise: Während nicht einmal vier Prozent Ausländer in der Stadt leben, schätzen die Dresdner deren Anteil auf über elf Prozent. Die Kommunikationswissenschaftler kommen daher zu dem Schluss, dass  der Fremdenfeindlichkeit am ehesten dadurch begegnet werden kann, dass noch mehr Ausländer sich in Dresden ansiedeln – und damit kulturelle und ethnische Vielfalt zum Alltag wird.  

Die Präsentation "Willkommen in Dresden?" enthält die Ergebnisse im Detail.

Informationen für Journalisten:
Prof. Wolfgang Donsbach,
Tel.: 0351 463-33533
wolfgang.donsbach@tu-dresden.de


Stand: 14.09.2010 13:42
Autor: Karsten Eckold abgelaufen

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