Masterclass an der TUD 2010.
Gemeinsame Pressemitteilung der TU Dresden und der
Deutschen Physikalischen Gesellschaft
Im Genfer Forschungszentrum CERN knallten Ende März die
Sektkorken, als der Teilchenbeschleuniger LHC eine neue
Rekordmarke erreichte. Fachleute aus aller Welt hatten dem
Ereignis entgegengefiebert, denn vom LHC erhoffen sie sich neue
Erkenntnisse über den Anfang und Aufbau der Welt. Im Rahmen des
bundesweiten "Netzwerks Teilchenwelt" haben nun auch über 6000
Jugendliche jährlich die Gelegenheit, an der Reise zum Urknall
teilzuhaben. Der Startschuss dafür fällt am 20. April in
Dresden.
Urknall, ferne Galaxien, dunkle Materie: das sind nur einige
Stichworte, die die Forschungswelten der Teilchen- und
Astroteilchenphysik beschreiben. Worum genau es dabei geht,
können Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 19 Jahren
im Rahmen des "Netzwerks Teilchenwelt" entdecken. Herzstück
dieser bundesweiten Initiative sind ca. 200 Projekttage im Jahr
- sogenannte "Masterclasses" - an Schulen, Schülerlaboren und
anderen Bildungseinrichtungen. Dabei lernen die Jugendlichen
unter fachkundiger Betreuung von jungen Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftlern, echte Daten von Teilchenkollisionen
auszuwerten.
"Netzwerk Teilchenwelt" beruht auf der Zusammenarbeit
zahlreicher Institutionen: Neben dem CERN sind 20 deutsche
Forschungsinstitute beteiligt. Das Netzwerk wird vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
Schirmherrin und Partnerin ist die Deutsche Physikalische
Gesellschaft. Die Projektleitung ist an der Technischen
Universität Dresden angesiedelt.
Teilchenforscher für einen Tag
Von Hamburg bis München und Aachen bis Dresden werden
Doktoranden, die auf dem Gebiet der Teilchenphysik forschen,
als mobile Experten des Netzwerks unterwegs sein, um
"Masterclasses" in Schulen, Museen und anderen
Bildungseinrichtungen durchzuführen. Das "Netzwerk
Teilchenwelt" bietet außerdem Experimente mit kosmischer
Strahlung an. Dabei werden mithilfe von speziellen Detektoren
Teilchen sichtbar, die permanent aus dem All auf der Erde
ankommen. Über die "Masterclasses" an der eigenen Schule hinaus
können Jugendliche und Lehrkräfte auch an den
Originalschauplätzen aktiv werden: bei Workshops oder
Projektwochen am CERN und durch Mitarbeit an deutschen
Forschungsinstituten.
Faszination Grundlagenforschung
Initiiert wurde das Projekt von Prof. Michael Kobel, der als
Teilchenphysiker am CERN forscht und an der Technischen
Universität Dresden lehrt. Seit Jahren ist er aktiv in der
Vermittlung von Grundlagenforschung und hat dabei gute
Erfahrungen gemacht: "Viele junge Menschen sind schnell von den
Fragestellungen der Teilchenphysik über Aufbau und Entstehung
des Universums fasziniert." Er ist davon überzeugt, "dass junge
Menschen durch den direkten Kontakt zur Forschung am CERN
Interesse für Grundlagenforschung und Naturwissenschaften
entwickeln." Eine wissenschaftliche Begleitstudie wird
untersuchen, wie nachhaltig das Projekt wirkt.
Erste "Masterclass" in Dresden
Am 20. April findet am ev. Kreuzgymnasium in Dresden eine
erste "Masterclass" statt. Medienvertreter sind nach vorheriger
Anmeldung unter
mail@teilchenwelt.de
oder 0351 463-33769 herzlich eingeladen. Weitere Standorte
des Netzwerks Teilchenwelt sind: Aachen, Berlin, Bonn,
Dresden, Dortmund, Erlangen, Frankfurt, Freiburg,
Göttingen, Hamburg, Heidelberg, Karlsruhe, Mainz, München,
Münster, Rostock, Siegen, Tübingen, Wuppertal, Würzburg,
Zeuthen.
Termine der jeweiligen Region auf Anfrage oder unter
www.teilchenwelt.de.
Weitere Informationen:
Projektleitung:
Prof. Dr. Michael Kobel,
Tel.: 0351 463-39880,
kobel@physik.tu-dresden.de
Projektkoordination:
Anne Glück, Tel. 0351463-33769,
mail@teilchenwelt.de