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Georg-Helm-Preise 2010 für hervorragende Abschlussarbeiten

Prof. Georg Helm (1851 – 1923)
Prof. Georg Helm (1851 – 1923)

Der Physiker Dr. rer. nat. Steffen Löck, Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften, erhält den Preis für seine Dissertation zum Thema „Dynamical Tunneling in Systems with a Mixed Phase Space”. „Tunneln“ meint dabei, dass Teilchen eine Barriere durchdringen, ohne diese zu beschädigen. Dies ist in der klassischen Physik unmöglich, aber quantenmechanisch denkbar. In seiner Arbeit hat sich Steffen Löck mit einem übergreifenden Forschungsthema zum Zusammenspiel von regulärer und chaotischer Dynamik beschäftigt. Jeweils geringfügige Änderungen können hier übersichtlich kleine und dort unüberschaubar große Wirkungen nach sich ziehen. Vom beispielhaft idealisierten Billardspiel abgeleitet, lassen sich quantenmechanische Relevanzen abstrahieren, die im konkreten Alltag eine sehr praktische Rolle spielen können. Anschaulich wird in Billards der Dualismus von Wellen und Teilchenbahnen erkennbar. Steffen Löck arbeitet in einem Forschungsprojekt unter Leitung des Physikprofessors Roland Ketzmerick, welches versucht, quantenmechanische Eigenschaften in klassisch chaotischen Systemen zu verstehen. Gesetzmäßigkeiten und deren Abweichungen könnten so besser beschrieben und das Funktionieren der Quantenmechanik plausibel darstellbar gemacht werden.

Dr. rer. pol. Martin Juhrisch von der Fakultät Wirtschaftswissenschaften wird für seine Dissertation zum Thema „Richtlinien für die modellgetriebene Integration serviceorientierter Architekturen in Analysemodellen” ausgezeichnet. Diese Arbeit im Bereich Wirtschaftsinformatik widmet sich der Entwicklung von Richtlinien, welche die systematische Erstellung von serviceorientierten Softwaresystemen derart unterstützt, dass die entstehenden Systeme auch wirklich dem Anspruch genügen, welcher mit der Serviceorientierung verknüpft ist. Serviceorientierte Architekturen (SOA) versprechen einen modernen Denkansatz bei der Schaffung von Softwaresystemen, die an sich ändernde Bedingungen im Unternehmen einfach angepasst werden können. Um einen Geschäftsprozess servicebasiert umzusetzen, ist der vollständige Entwurf einer Folge von Servicefunktionen in einem Prozessmodell erforderlich. Die Schaffung eines solchen Modells ist ein komplizierter, zeitaufwändiger Prozess, der durch den Charakter von Programmiersprachen bestimmt ist. Juhrisch erreicht eine Steigerung der Effizienz im Entwicklungsprozess, indem das Problem der Entwicklung von servicebasierten Softwaresystemen vollständig modellgestützt gelöst wird. Im Ergebnis erbringen Algorithmen, basierend auf einer Menge von Regeln, die notwendigen Modelloperationen. In der Folge reduziert sich das für die Entwicklung erforderliche technische Wissen, was gleichzeitig die für die Lösung der Gesamtaufgabe erforderliche Zeit und den entsprechenden Aufwand verringert. Dies fördert die zielorientierte Konfiguration einer SOA, da sich ohne spezifisches technisches Wissen auf die Lösung der fachlichen Problemstellung konzentriert werden kann.

Der Diplom-Mathematiker Mike Behrisch erhält den Georg-Helm-Preis für seine Diplomarbeit zum Thema „Relational Tame Congruence Theory and Subalgebra Primal Algebras“. In der Arbeit aus dem Fachgebiet Algebra werden die Grundlagen einer Strukturtheorie für allgemeine algebraische Strukturen, sog. Algebren, bestehend aus Mengen mit einer funktionalen Struktur, detailliert entwickelt und auf eine bestimmte Klasse von Beispielen angewandt. Die Theorie ermöglicht es, Algebren in kleinere Bausteine zu zerlegen, deren Eigenschaften einfacher zu verstehen sind. Zentrale Idee ist dabei, die funktionale Struktur in eine relationale Struktur zu übersetzen, diese zu zerlegen, und die erhaltenen Bestandteile wieder in eine Algebra zurück zu übertragen. Mit dieser Arbeit wird ein richtungsweisendes Hilfsmittel zur Analyse endlicher operationaler Systeme innerhalb der allgemeinen Algebra etabliert. Die Untersuchung algebraischer Systeme spielt z. B. bei der Komplexitätstheorie, also bei der Analyse von Algorithmen in der theoretischen Informatik eine Rolle. Ferner lassen sich allgemein viele Konzepte aus der Informatik algebraisch formulieren, beispielsweise können abstrakte Datentypen als Algebren beschreiben werden.

Die mit jeweils 2500 Euro dotierten Preise werden am Sonnabend, 30. Oktober 2010, von der Prorektorin für Bildung und Internationales der TU Dresden, Frau Prof. Dr. Ursula Schaefer, und dem Verein zur Förderung von Studierenden der TU Dresden e.V. verliehen. Die Übergabe der Preise erfolgt im Rahmen des diesjährigen Stiftungsfestballs des Corps Altsachsen im Ballsaal des Hotels Four Points by Sheraton Königshof.

Informationen für Journalisten:
Kim-Astrid Magister
Tel.: 0351 463-32398

Dr. Steffen Löck
Tel.: 0351 463-36074

Dr. Martin Juhrisch
Tel.: 0351 463-33907

http://www.tu-foerderverein.de 


Stand: 29.10.2010 08:27
Autor: Sven Geise abgelaufen

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