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Wahlkampf 2.0?
Mit Obama vor Augen finden die großen deutschen Parteien auch im Bundestagswahlkampf 2009 langsam den Weg ins "Mitmach-Internet". Viele kleinere dagegen haben den neuen Trend bisher verschlafen. Julian Knauf, Student am Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden, analysiert im Rahmen seiner Masterarbeit den Internetwahlkampf der Parteien zur anstehenden Bundestagswahl. Über "parteibezogene Indizes" in unterschiedlichen Kategorien vergleicht er die Aktivitäten der einzelnen Parteien auf ihren Internetseiten. "Vieles im bisherigen Bundestagswahlkampf knüpft an vergangene Strategien an", schätzt Julian Knauf die Situation ein. "Große Parteien investieren offenbar nach wie vor viel Geld in stumme Pappschilder am Straßenrand. Gerade der jungen Bevölkerung kann man aber auf diese Weise Standpunkte nicht mehr nahebringen. Dabei hatte es Obama doch wunderbar vorgemacht: Er punktete im wahrsten Sinne des Wortes damit, die Unterstützer mitwirken zu lassen!" Dafür nutzten die Wahlkampfstrategen Obamas vor allem konsequent sogenannte Web 2.0-Applikationen. Durch sie waren die Unterstützer nicht nur Beobachter, sondern konnten beispielsweise selbstständig als Wahlkampfhelfer fungieren. "Indem sie die auf dem Online-Portal angebotenen Werkzeuge nutzten, um Veranstaltungen zu planen oder unentschlossene Wähler zu kontaktieren, brachten sie sich auch emotional in den Wahlkampf ein, identifizierten sich mit den Zielen Obamas und entwickelten vorher ungeahnte Aktivitätslevels", so Knauf. Obamas Informationsnetz war im Wahlkampf auf einen schnellen
Informationsaustausch auf persönlicher Ebene ausgelegt.
Relevante Informationen wurden per E-Mail, RSS Feeds, Twitter
oder direkt per SMS auf das Handy ausgetauscht und verbreitet.
Zudem war und ist der heutige US-Präsident in vielen sozialen
Netzwerken wie z.B. Facebook vertreten. Obama ließ jeden, der
es wollte, an seinem Wahlkampf teilhaben. "Dieses neue Vorgehen
hat sicherlich zum Sieg beigetragen - was aber machen die
deutschen Parteien angesichts dieser neuen Entwicklungen?",
fragte sich Knauf. "Eines hat sich im Vergleich zu bisherigen Bundestagswahlkämpfen offensichtlich schon verändert: die wichtigsten deutschen Parteien haben zumindest einzelne Elemente der Obama Kampagne übernommen", fand Knauf heraus. Nahezu jede große Partei hat heute ein mehr oder weniger ausgefeiltes, speziell auf den Wahlkampf ausgerichtetes soziales Netzwerk bzw. eine Mitmach-Community entwickelt, mit deren Hilfe die Anhänger als Wahlkampfhelfer mobilisiert werden sollen. So können zum Beispiel Spenden direkt online getätigt, Freunde geworben, eigene Ideen für Wahlkampfaktionen eingebracht oder auch Wahlkampfveranstaltungen organisiert werden. Wer zudem bei CDU oder FDP aktiv im Online-Wahlkampf mithilft, erhält Aktivitätspunkte, die er später gegebenenfalls gegen Brieföffner, Schlüsselbänder oder ähnliche "Giveaways" eintauschen kann. Auch SPD, Grüne und Linke bieten Mitmach-Aktionen an und lassen die Unterstützer aktiv am Geschehen teilhaben. Zudem verfügen die Parteien über eigene YouTube-Kanäle, auf denen z.B. aktuelle Wahlkampfreden oder Parteispots hochgeladen werden. Auch Kurznachrichtenübermittlungen mittels Twitter sowie die Präsenz in diversen sozialen Netzwerken wie StudiVZ oder Facebook sind zu festen Bestandteilen der aktuellen Kampagnen geworden. "Fazit: das Internet ist die Wahlkampfplattform der Zukunft", fasst Knauf die Ergebnisse zusammen. Autor: Martin Morgenstern Informationen für Journalisten: |
Veranstaltungen07.05., 11.06., 18.06.2013
07.05.2013
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12.05.2013
14.05., 11.06.201
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