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Freie Bahn für größeres Gehirn
Dresdner Regenerationsforscher haben einen Weg gefunden, die Vermehrung körpereigener Stammzellen im Gehirn zu steuern. Die Länge der Zeitspanne zwischen zwei Zellteilungen beeinflusst maßgeblich, wie viele Stamm- und reife Nervenzellen gebildet werden. Den Wissenschaftlern gelang der Nachweis, dass die Verkürzung dieser Zeit die Vermehrung von Stammzellen ermöglicht und dadurch das Gehirn vergrößern kann. Diese Ergebnisse untermauern eine Hypothese der Evolutionsforschung mit experimentellen Daten und könnten gleichzeitig den Weg für Therapien bei Schlaganfall ebnen. Die Entstehung und Reifung des Nervensystems ist ein
wichtiger Prozess, Um aufzuklären, welchen Effekt die Dauer der G1 Phase auf
die Bildung von Nervenzellen hat, erhöhten die Forscher die
Menge eines Proteinkomplexes cdk4 und cyclinD1 im Gehirn sich
entwickelnder Maus-Embryonen, mit dem Resultat, dass sich die
Länge der G1-Phase verkürzte. "Unsere Theorie war, dass eine
kürzere G1-Phase die Neurogenese unterdrücken sollte und sich
die Stammzellen vermehren. Da der Effekt nach wenigen Tagen
nachlässt, sollten die vermehrten Stammzellen dann wieder
Nervenzellen bilden und somit die Oberfläche der Hirnrinde
vergrößern", so Dr. Federico Calegari, Forschungsgruppenleiter
im CRTD. Genau das haben die Wissenschaftler dann auch
beobachtet. Aber die Studie hielt auch Überraschungen bereit:
Die Verkürzung der G1-Phase bewirkte, dass anstelle der
Nervenzellen eine besondere Art von Stammzellen gebildet wurde:
sogenannte basale Progenitorzellen. Diese Zellen wandern in die
benachbarte Hirnregion, die subventrikuläre Zone ein, vermehren
sich dort, können aber im Gegensatz zu normalen neuralen
Stammzellen ausschließlich zu Nervenzellen differenzieren.
"Aufgrund der vermehrten Bildung der basalen Progenitorzellen
konnten wir eine Vergrößerung der subventrikulären Zone um
40 Prozent im Gehirn der Mäuse beobachten. Weiterhin waren
die Nervenzellen, die von den veränderten Stammzellen gebildet
wurden, auf ein größeres Gebiet der Großhirnrinde verteilt",
fasst Christian Lange, Doktorand bei Dr. Calegari, die Die experimentellen Daten der Studie belegen die Hypothese,
dass ein erhöhter Anteil an basalen Progenitorzellen in höheren
Säugetieren der Grund für die Vergrößerung der Hirnrinde
während der Evolution ist. Bisher konnten nur vergleichende
Untersuchungen in verschiedenen Arten gemacht werden. "Wir
konnten zum ersten Mal in derselben Art mit Daten zeigen, dass
die Vermehrung der basalen Progenitorzellen die Oberfläche der
Hirnrinde vergrößert, die durch diese Zellen gebildet wird", so
Dr. Calegari. Vor allem bieten die Ergebnisse der Studie neue
Einblicke in die Vermehrung und Differenzierung körpereigener
Stammzellen. Erstmals konnte bewiesen werden dass Zeit - als
Dauer der Zellteilung - ein wesentlicher Faktor bei der
Steuerung dieser Vermehrung ist. Eine ähnliche Rolle könnte der
Faktor Zeit auch bei der Vermehrung oder Differenzierung von
adulten neuralen Stammzellen spielen. Bei Schlaganfällen können
diese Ergebnisse zu neuen Therapien verhelfen. Christian Lange
erklärt: "Nach einem Schlaganfall können nur wenige der
abgestorbenen Zellen im Gehirn wieder regeneriert werden. Dazu
gibt es zu wenige Stammzellen. Wenn man einen Weg findet, deren
Anzahl zu steigern, z.B. durch die Verkürzung der G1-Phase,
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