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Ausstellung Visionen vom Weltende | Theophanie: Vision des Lamms, der vier Wesen und der vierundzwanzig Ältesten aus dem Facundus-Beatus (f. 117v)

Visionen vom Weltende - Faksimiles mittelalterlicher Apokalypse-Handschriften aus der Sammlung Detlef. M. Noack

Ausstellung

Freie Universität Berlin - Universitätsbibliothek

05. Mai - 16. Juli 2010

 

Konzept und begleitender Katalog von Studierenden des Kunsthistorischen Instituts der Freien Universität und Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Spanische und iberoamerikanische Kunstgeschichte“ unter Leitung von Dr. Caroline Zöhl 


Kaum ein biblisches Buch hat in den Bildkünsten des Mittelalters und der beginnenden Neuzeit so intensiv zu Visualisierung und Imagination angeregt wie der letzte prophetisch-visionäre Text des Neuen Testaments, die Offenbarung des Johannes. Die umfangreichsten Zyklen von hundert und mehr bildlichen Übersetzungen dieses Textes, der seinerseits intensiv von sinnlicher Wahrnehmung – vom Sehen und Hören – handelt, verbergen sich in Handschriften, die erst in jüngerer Zeit, am wirkungsvollsten durch originalgetreue Faksimiles, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Im Zentrum der Ausstellung steht die erstaunliche Tradition der Apokalypseillustration von den frühesten karolingischen Zeugnissen bis zum Beginn des Buchdrucks im 15. Jahrhundert. Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden Faksimiles spanischer Manuskripte des 10. bis 13. Jahrhunderts mit dem Kommentar des Beatus von Liébana, deren großformatige Miniaturen durch ihr intensives Kolorit und ihre eindrucksvolle Abstraktion zu den imposantesten Zeugnissen dieser Überlieferung gehören.

Die Gegenüberstellung der sehr unterschiedlichen bildlichen Übertragungen des schwer verständlichen Textes, der vom Weltende als hoffnungsvolle Botschaft kündet, lässt die Bilder in der Ausstellung gleichsam miteinander in Kommunikation treten. Über die Jahrhunderte hinweg stellen sich verbindende Fragen beispielsweise an die Interaktion von Bild und Text, an die Inszenierung des Johannes als Autor und Visionär oder an die Visualisierung seines Sehens oder Hörens der Offenbarung. Eine digitale Präsentation wird die mediale Eigenheit der Handschriften, der die Präsentation in Vitrinen nicht gerecht werden kann, durch virtuelles Blättern sichtbar machen.

Das Konzept der Ausstellung und der begleitende Katalog werden von Studierenden des kunsthistorischen Instituts der Freien Universität und Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Spanische und iberoamerikanische Kunstgeschichte“ unter Leitung von Dr. Caroline Zöhl erarbeitet. Die Exponate stammen größtenteils aus der Sammlung Detlef M. Noack, der sie den Studierenden großzügig zur Verfügung stellt.